Zur Startseite

Umweltbildung

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen 2019

BN nimmt Stellung ...

  • Übersicht
  • Donauausbau
  • Hochwasser
  • Rettenbach
  • Windenergie SR-BOG

BN-Kreisvorstand sieht Planungen für technisch orientierten Polder Öberau kritisch:

Hochwasserschutz vorrangig durch Schaffung naturnaher Retentionsräume statt Schlammfangbecken

Gegen Massentierhaltung: statt Billig-Fleisch vom Discounter lieber seltener qualitätvolles tierschutzgerechtes Bio-Fleisch

Über die Planungen für einen Polder in der Öberauer Schleife ließ sich der Kreisvorstand des Bund Naturschutz (BN) in seiner Dezember-Sitzung vom zuständigen Projektleiter des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, Dr.Dipl.-Ing. Tobias Hafner, informieren. Dieser stellte das Konzept des Wasserwirtschaftsverwaltung vor, bei dem gesteuerte Flutpolder, die bei größeren Hochwasserereignissen geflutet werden, Hochwasserspitzen abfangen sollen um siedann bei fallenden Pegelständen kontrolliert wieder abzulassen. Deichverlegungen könnten dies nicht ausreichend leisten, so Hafner..

Es gehe bei der Oberauer Schleife um ein Rückhaltevermögen in der Grössenordnung von 8 bis 11 Millionen Kubikmeter. Insgesamt seien in Bayern 7 solcher Polder entweder schon erstellt oder in Planung. Der BN befürchtet durch die plötzliche und und nur bei sehr großen Hochwassern erfolgende Flutung der Öberauer Schleife über Einlaufbauwerke mit mehreren Metern Wassersäule und das spätere Auslaufenlassen über Auslaufbauwerke neben einer Verschlammung massive Vegetationsschäden. Nachdem laut Hafner beim Landesamt für Umweltschutz eine Untersuchung möglicher zusätzlicher Retentionsräume entlang der gesamten bayerischen Donau läuft, möchte der BN erst deren Ergebnisse erfahren, bevor über konkrete Polderbauten zu entscheiden wäre. Vorrangig vor technisch ausgerichteten Lösungen müssten durch Deichrückverlegungen und Entsiegelungen alle Möglichkeiten zum Gewinn von Retentionsräumen genutzt werden. Kreisvorsitzender Andreas Molz hält ausserdem ein ökologisch optimiertes Konzept der jährlich stattindenden künstlichen Flutung der Öberauer Schleife für dringend erforderlich.

Die geplante massive Erweiterung von 282000 auf 423000 Tieren durch Aufstockung von 8 auf 12 Etagen in der Legehennen-Intensivhaltung der Bayern-Ei GmbH & Co KG in Niederharthausen kritisiert der BN als weitere Konzentration der tierungerechten Massenhaltung von Geflügel. Zusammen mit dem im Bau befindlichen Hähnchenmaststall in Straßkirchen, in dem 39500 Tiere "eingestallt" werden sollen und den Erweiterungen der Geflügel Großschlächterei in Bogen-Hofweinzier sowie mehreren schon bestehenden Anlagen entwickle sich der Landkreis zunehmend zu einem Standort der Massentierhaltung. Diese widerspreche die Geflügel-Intensivhaltung sowohl in der vorhandenen wie auch in der geplanten Größenordnung dem zu fordernden Leitbild einer tier-, klima-, umwelt- und tiergerechten Wirtschaftsweise, speziell in der  landwirtschaftlichen Produktion. Nach Überzeugung von zweitem BN-Kreisvorsitzenden Johann Meindorfer können Massentierhaltungs-Anlagen nicht als Bestandteil umwelt- und tiergerechter landwirtschaftlicher Produktion angesehen werden, wie es leider die von der Agarindustrie-Lobby beeinflusste Politik tue. Tier- und Klimaschutz beginnt für den BN am Teller, was bedeute: "weniger Fleisch, keine Eier aus Massentierhaltung, dafür mehr Qualität durch Bioerzeugnisse". Die Konsumenten könnten unnötiges Leiden von Nutztieren minimieren, wenn sie auf Produkte aus der Massentierhaltung verzichten, ihren Fleischkonsum etwas einschränken und statt oft viel Billig-Fleisch vom Discounter lieber etwas seltener bewusst qualitätvolles und tierschutzgerecht erzeugtes Bio-Fleisch kaufen würden. 

Mit freundlichen Grüssen
Johann Meindorfer
2. Kreisvorsitzender