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BN baut am 30. Oktober mit Familien Ast- und Laubhaufen und bietet Ökotipps zu Schutz und Hilfe für den Igel

Garten igelfreundlich gestalten: Laubhaufen anlegen, auf Zaunsockel,
Laubsauger und Laubgebläse verzichten
Der Bund Naturschutz (BN) lädt für Samstag, 30. Oktober, Kinder, Familien und interessierte Erwachsene zum Bau von Ast- und Laubhaufen für Igel im Straubinger Stadtpark ein. Von 14.30 bis 16:00 errichtet dort die BN – Kindergruppe „Entdecker“ mit erwachsenen Tierfreunden und fachlicher Anleitung Unterschlupfmöglichkeiten für diese beliebten Säugetiere.
Treffpunkt ist der Pavillion am Tiergarten-Parkplatz., der über die Radwege an der Regensburger Strasse und im Stadtpark gut und bequem mit dem Fahrrad erreichbar ist. Die Aktion soll allen Teilnehmern Spass bei einer Aktion in der frischen Luft und der Umgebung des „Prinz-Luitpold-Hains“ und auch Anregung bieten, auch den eigenen Garten igelfreundlich zu gestalten. Der BN bietet dazu ausserdem in einem Infopaket ein Faltblatt „Schutz und Hilfe für den Igel“ und eine Broschüre „Igelfreundlicher Garten“ an. Es ist eine Hilfe für den richtigen Umgang mit den Tieren auch in den kalten Wintertagen, denn falsch verstandene Tierliebe kann Igeln zum Verhängnis werden. Im Ökotipp für Igel wird beispielsweise erklärt, welche Lebensräume der Igel zum Überwintern bevorzugt, was er frisst, wie er sich vermehrt und welche Gefahren auf ihn lauern. Der Igel beginnt den Winterschlaf ungefähr Mitte November und verweilt dann sechs Monate im Winterschlaf. Ganz besonders ist zu beachten, dass dem Wildtier auf keinen Fall Milch gegeben werden darf, da es sonst akute Probleme mit der Verdauung bekommen kann. Die natürlichen Lebensräume wie Hecken, Feldgehölze, Waldränder, Brachflächen und lichte Mischwälder werden zunehmenden durch Bebauung und Einsatz von Pestiziden und Fungiziden gestört. Wer dem Igel im Hausgarten helfen will, soll auf naturnahe Gartengestaltung und Anlage von Laub- und Reisighaufen achten.
Hauptfeind des Igels ist aber nach wie vor das Auto. Jährlich werden in etwa
eine Million Tiere überfahren. Durchlaufende Zaunsockel und Gartenmauern
hindern den Igel an seinen Streifzügen durch die Gärten und zwingen ihn oft
wieder auf die Strasse zurück, wo er oft Opfer des Autoverkehrs wird. Deshalb sollte gerade bei Neubauten auf Zaunsockel verzichtet werden, so der BN. Schädlich für den Igel ist der Einsatz von Laubsaugern oder -bläsern. Durch Schallpegel und  Abgase werden nicht nur die Nachbarn belästigt und die Gesundheit der Benutzer geschädigt. Auch die Boden-Biologie wird gravierend beeinträchtigt; sie saugen mit den welken Blättern auch Kleintiere wie Spinnen und Insekten auf, häckseln und töten sie dabei. Die am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger, so der Igel, verlieren Nahrung und Lebensraum, der Boden wird der Deck-Schicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und bei extremer Kälte schützt. Laubrechen und –besen kommen dagegen ganz ohne schädliche Emissionen aus und sorgen für gesunde Bewegung in frischer Luft und ohne Lärm. Das welke Laub sollte auf Beete und unter Gehölze verteilt werden, wo es während des Winters langsam verrottet, Boden und Kleintieren als Schutz dient und im Frühjahr als natürlicher Dünger in den Boden eingearbeitet werden kann. Im Herbstlaub finden auch Vögel Nahrung in Form von Würmern und Käfern. Auf Wegen und Straßen kann das Laub schonender und energiesparender mit einem Besen zusammengekehrt werden, erklärt der BN. Das anfallende Material sollte nicht als Abfall angesehen und „entsorgt“ werden. Es sei vielfältig einsetzbar, zum Mulchen unter Hecken oder zum Auflockern zu feuchter Komposthaufen. Grundsätzlich sollte Herbstlaub liegenbleiben, dort wo es zu sehr stört sollte man es zu Haufen zusammentragen, an schattigen Plätzen angelegte Laubhaufen mit Ästen und Totholz sind ein tolles Winterquartier für den Igel. Auch Erdkröten und Blindschleichen schätzen solche Laubhaufen. Das Infopaket Igel kann beim BN in der Albrechtsgasse 3 in 94315 Straubing abgeholt oder unter Telefon 09421/2512, Fax 09421/963910 oder straubing@bund-naturschutz.de bestellt werden. Die Versandkosten von 3 Euro, sollen postalischen Bestellungen in Briefmarken beigelegt werden. Bei Mailbestellungen ist parallel eine Vorab-Überweisung von 3 € auf das Konto des BN, Nr. 461251 bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 mit vollständiger Adressangabe im Mail und auf der Überweisung erforderlich.  Der BN hat Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr, samstags bis 14.00 Uhr. Im Internet sind die Igel-Artenschutz-Tipps abrufbar unter www.bund-naturschutz.de/oekotipps/tiere/igel.html.


Mit freundlichen Grüssen
Johann Meindorfer
2. Kreisvorsitzender