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„Unter Bayern – Mit Brief uns Siegel“

 

Leserbrief zum Kommentar „Unter Bayern – Mit Brief uns Siegel“  vom 19.12.2009 und der Äusserung des niederbayerischen Landräte-Sprechers Christian Bernreiter "Nur noch auf versiegelten Flächen?"

Eingrünungsflächen bei Freiland-Photovoltaikanlagen zur dauerhaften Aufwertung der Landschaft nutzen

Treffend der Verweis auf die Vielfalt von Flächenversiegelungen durch Strassen- und Parkplatzbauten und wenig flächensparende Ausweisung von Baugebieten. Bei den Freiland-Photovoltaikanlagen dagegen könnte man viel für eine Aufwertung der Landschaft tun. in „ausgeräumten“ intensiv agrarisch genutzten Räumen wie dem Gäuboden enthalten die Landschaftspläne das Ziel der Durchgrünung der Agrarlandschaft mit linearen Gehölzstrukturen. Darüber sind im gültigen Regionalplan die Vorgaben „Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten, insbesondere südlich der Donau“ enthalten. Nur selten wird dies auch umgesetzt. Bei Freiland-Photovoltaikanlagen werden jeweils Eingrünungs-Maßnahmen festgesetzt. Somit ergibt sich durch die Ausweisung geeigneter Sondergebiete für Freiland-Photovoltaikanlagen die Chance, diese Ziele mit umzusetzen. Dazu ist eine sorgfältige Standortauswahl erforderlich, die landschafts- und artenschützerische Belange ausreichend berücksichtigt. Wichtig ist, die Standorte von vorn herein so zu planen und die Anlagen so zu legen, dass deren Eingrünung gleichzeitig die regional- und landschaftsplanerischen Ziele mit umsetzt und die Grundlage für ein sinnvolles Biotopverbundsystem schafft.

Diese Eingrünungs-Maßnahmen sollen dauerhaft über die Betriebsdauer der entsprechenden Photovoltaikanlagen hinaus erhalten werden, auch nachdem die Anlagen wieder abgebaut wurden. In den bisherigen Fällen ist nämlich zu befürchten, dass diese nach Abbau der Anlagen wieder entfernt werden, gerade dann wenn sie durch ihr höheres Alter und höheren Wuchs einen höheren ökologischen Wert als die Neuanpflanzung hätten. Dies kann zum einen aus arten- und naturschutzfachlicher Sicht nicht hingenommen werden und es wäre auch eine Verschwendung der finanziellen und natürlichen Ressourcen.

Deshalb sollen Regierung. Landrate und Landratsämter sowie die politisch Verantwortlichen die Gemeinden dazu bewegen, im Zusammenhang mit den Photovoltaikanlagen die Landschaftspläne umzusetzen und dabei diese entsprechende Eingrünungsflächen  dauerhaft  zu erhalten durch Vereinbarungen mit den Betreiber oder durch Erwerb solcher Flächen. Das könnte letztendlich neben einer zeitlich begrenzten optischen Veränderung zu einer dauerhaften ökologischen Aufwertung der Agrarlandschaft verhelfen. Der Boden unter den Anlagen könnte sich vom langjährigen Dünger- und Pestizideintrag erholen und regenerieren, was langfristig der Bodenfruchtbarkeit und der Grundwasserqualität dienen und somit der Allgemeinheit Kosten für Grundwassersanierung und Trinkwasseraufbereitung ersparen würde. Und es würde Energie mit einer viel höheren Effizienz hergestellt als mit sogenannten nachwachsenden Rohstoffen in Form von Mais- oder Raps-Monokulturen zur Agrarsprit-Produktion auf gleicher Fläche. Wobei der Anbau dieser Monokulturen ja auch wieder mit weiterem Dünger- und Pestizideintrag verbunden wäre. Im Zuge des Baus von Freiland-Photovoltaikanlagen könnten also viele positive Wirkungen entfalten, wenn man entsprechende Rahmenbedingungen einhält und Synergieeffekte nutzt. Aufgabe auch für die Landräte und Landratsämter

Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen

Johann Meindorfer, 2. Kreisvorsitzender