Zur Startseite

Umweltbildung

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen 2019

BN nimmt Stellung ...

  • Übersicht
  • Donauausbau
  • Hochwasser
  • Rettenbach
  • Windenergie SR-BOG

Elektrofahrzeuge sind nur bei energieeffizientester Konstruktion und Betrieb mit echtem Öko-Strom vertretbar

Nichts dagegen, dass die Stadt mit einem Strassenreinigungs-Kleinfahrzeug in die „Elektromobilität“ einsteigt und damit Erfahrungen sammelt. Elektroautos allgemein aber stellen nur dann eine sinnvolle Perspektive dar, wenn ihr Energieverbrauch durch energieeffizienteste Technik und deutliche Gewichtsreduzierung gegenüber den heutigen Kraftfahrzeugen reduziert ist und sie mit echtem umweltverträglich erzeugtem Ökostrom aus regenerativen Energiequellen betrieben werden. Zwar sind sie im Betrieb emissionsfrei, aber nur, weil die Emissionen an anderer Stelle, den Standorten von Kohle-, Öl-, Gas- oder Atomkraftwerken freigesetzt werden, wenn nicht Strom aus regenerativen Energiequellen verwendet wird. Der geringe Wirkungsgrad konventioneller Großkraftwerke von meist unter 35% führt sogar zu einem höheren Primärenergieverbrauch von Elektroautos, weil dadurch im Endeffekt nur ein Drittel des Energieinhalts der fossilen Energieträger für deren Antrieb genutzt wird. Der Rest verpufft als ungenutzte Abwärme, nicht ohne trotzdem für entsprechenden CO2-Ausstoss zu sorgen. Greenpeace bezeichnet Elektroautos beim herkömmlichen Strom-Mix nicht zu Unrecht als „Nachtspeicherheizung auf Rädern“.

Erforderlich ist neben dem Einsatz der energieeffizientesten (auch leichtesten) Fahrzeuge, dass die öffentliche Hand wie Städte, Landkreise, Kommunen, aber auch Haushalte und gewerbliche Stromverbraucher auf 100 Prozent echten Ökostrom bei einem Öko-Stromversorger umsteigen, der zusätzlich zu bisherigen Anlagen die Nachfrage nach Ökostrom zum Bau neuer Energieerzeugungsanlagen mittels Photovoltaik, Windkraft, ökologisch verträglich erzeugter Biomasse etc. nutzt und damit den umweltschädlichen Atom- und Kohlestrom ersetzt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Strommix der Naturstrom AG, die bei Stromanteilen von 51 % Wasserkraft, 48.7 % Windkraft und 0,3 % Sonnenkraft inzwischen seit 1998 146 neue Anlagen gebaut hat, davon 96 Sonnenenergie-,  30 Windkraft- und 15 Biomasseanlagen. Der Umstieg auf Naturstrom für alle Liegenschaften der Stadt und der städtischen Gesellschaften liegt auch deshalb nahe, weil die Stadtwerke Straubing ohnehin Naturstrom-Kooperations- und Vertriebspartner sind. Den Umstieg auf Ökostrom müsste auch die wünschenswerte Vorbildfunktion der öffentlichen Hand gebieten, aber schlechthin alle öffentlichen, kirchlichen, gewerblichen und privaten Stromverbraucher sollten dem Beispiel des katholischen Bistums Mainz folgen, das sich als erstes deutsches Bistum mit über 1.000 Abnahmestellen für einen Wechsel zu klimaschonendem Naturstrom entschieden hat und damit den Aufruf des damaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, zum Schutze des Klimas auch im Bereich der elektrischen Energieversorgung konsequent in die Praxis umsetzt. Dieses vorbildlich zukunftsfähige Handeln brauchen wir nicht nur für den ökologisch vertretbaren Betrieb von Elektromobilen, sondern genauso beim Strom für die Beleuchtung bis zum Computer.

Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender