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Dachflächen konsequent für Solarenergie und Photovoltaik nutzen – Flächenverbrauch bremsen

Gut, dass Bezirks- und Stadtrat Hans Ritt die vom BN oft angemahnte konsequente Nutzung von Dachflächen für Solar- und Photovoltaikanlagen fordert. Um das hier noch brachliegende grosse Potential für eine zukunftsfähige Energieversorgung auszuschöpfen, sind bereits Planung und Bau neuer Gebäude auf die Photovoltaik- und Solarthermienutzung auszurichten, müssten Staat und Gemeinden sowie Planungsbüros auch über die Vorgaben in der Bauleitplanung darauf hinwirken, dass gerade bei grossen gewerblichen Gebäuden wie Werkhallen die Dachflächen den statischen Anforderungen für derartige Anlagen genügen. Leider wurden bisher allzu oft die vom BN in diversen Stellungnahmen zu Bebauungsplänen beantragten Vorgaben zur verstärkten Solarenergienutzung unberücksichtigt gelassen, auf Anträge zur forcierten Solarenergie-Nutzung auf Dachflächen im Stadtgebiet Straubing von 2005 und  2007 fehlt bisher eine rathäusliche Antwort. „Für Dachflächen landwirtschaftlicher bzw. gewerblicher Gebäude wird entsprechend § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstabe f BauGB die statische Ausrichtung zumindest für die Eignung zur Aufdachmontage einer Photovoltaikanlage in der Bauleitplanung vorgeschrieben“, war Antragsgegenstand, ebenso „Die Stadt Straubing erhebt in ihrem eigenen Gebäudebestand und in demjenigen der öffentlich- oder privatrechtlichen Gesellschaften / Institutionen, an denen sie beteiligt ist, die Verfügbarkeit von Dachflächen, die sich für eine Solarenergie-Nutzung (thermisch oder photovoltaisch) eignen.“ Diese Forderungen harren nach wie vor der Umsetzung, auch der Vorschlag: „Soweit die Stadt Straubing … nicht selbst … einer Solarenergie-Nutzung zuführt, schreibt sie die Nutzung dieser Dachflächen zur Nutzung durch einschlägige Betreibergesellschaften wie Betreiber von Bürger-Solaranlagen aus und ermöglicht so ihre sinnvolle Nutzung“.

Gegen die von Hans Ritt angeprangerte Versiegelung von bayernweit täglich 16 Hektar Boden wurden wiederholt Taten vor Ort gefordert: keine Zulassung weiterer eingeschossiger die Innenstadt schädigender Discountmärkte mit einer Vielzahl ebenerdiger Parkplätze mehr und bei Neubauten eine im urbanen Umfeld angemessene mehrgeschossige Nutzung von Bauflächen. Wie der – leider unverbindlichen – Vorgabe des Bayerischen Innenministeriums „die Versiegelung von Freiflächen soll möglichst gering gehalten werden. ... Bodenversiegelungen sind ... auf das notwendige Maß zu begrenzen“ und dem Baugesetzbuch (“Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden“, § 1a Abs. 2 BauGB) Rechnung getragen wird, lässt sich an jeder beliebigen Ausfallstrasse samt Seitenarmen sehen: Nämlich nicht. Gleiches zeigt das neue Institut für Hörgeschädigte. Die Bodenversiegelung hätte leicht verringert werden können, wenn statt 11 Bauteilen oder Gebäudeflügeln mit nur einem oder zwei Obergeschossen weniger Bauteile mit zusätzlichen Geschossen geplant worden wären. Dass hierbei vom Bezirk Niederbayern die Nutzung von Sonnenenergie von weitläufigen Flachdachflächen eines neuen Gebäudes der öffentlichen Hand „als unwirtschaftlich dargestellt“ wird, ist völlig inakzeptabel. Dass eine vernünftige Dachneigung an Stelle von Flachdächern die Installation von Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen ohne zusätzliche Aufständerung und damit kostengünstiger möglich macht, sollte sich in Politiker- und Planerkreisen inzwischen herumgesprochen haben, so auch bei Bezirk und Bezirkstag Niederbayern.

Notwendig bleiben eine konsequent flächenschonende Bauleitplanung und die umfassende Nutzung geeigneter Dachflächen zur Solarenergieerzeugung, umzusetzen jeweils mit bauleitplanerischen Vorgaben einerseits und mit vorbildlichem Verhalten der öffentlichen Hand andererseits. Also: Stadt vorbildlich voran mit Dachflächennutzung städtischer Gebäude wie Stadtwerke, Bauhof, Schulen, Soziales Rathaus etc. etc!. Dazu eine Kampagne zur Photovoltaiknutzung privater und gewerblicher Dachflächen unter städtischer Schirmherrschaft mit Einbindung von kreditgebenden Banken sowie ausführendem Solar-Handwerk. Ein lokales ökologisch und ökonomisch sinnvolles Konjunkturpaket. Bitte anpacken.

Bund Naturschutz

Kreisgruppe Straubing-Bogen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender