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BN ruft auf: „Gärtnern Sie torffrei!“ und zeigt Alternativen zum Torf auf – torfhaltige "Blumenerde" zerstört Moore und Klima

Gärtnern ohne Torf schützt CO2-Speicher und  Lebensraum Moor – Beitrag zu Biotop- und Klimaschutz zugleich

Wer denkt beim Kauf von Blumenerde an die Folgen für die Natur? Die meisten Produkte mit der harmlosen Bezeichnung "Erde" bestehen überwiegend aus Torf – dem Stoff, aus dem die Moore sind. Und Moore sind stark bedrohter Lebensraum für seltene Arten und wichtig für den Klimaschutz: Moore speichern jede Menge CO2. Der Bund Naturschutz (BN) zeigt Torf-Alternativen auf. Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland jährlich verbraucht, etwa zwei Millionen davon finden im Hobbybereich Verwendung. – jeder abgebaute Kubikmeter bedeutet den Verlust von Lebensraum, der unwiederbringlich zerstört wird. Ein großer Teil des Torfs wird als Pflanzerde in privaten Gärten und in Balkonkästen oder anderen Pflanzgefäßen verbraucht. Damit sei klar: „Jeder und jede kann dazu beitragen, Moore zu erhalten und damit Lebensräume und Klima zugleich zu schützen.“ Heute wird in Deutschland vorwiegend in norddeutschen Mooren auf einer Fläche von 4.000 Quadratkilometern Torf abgebaut. Werden die Moore im derzeitigen Tempo weiter zerstört, sind die in Deutschland zum Abbau genehmigten Torfvorräte in spätestens zehn Jahren erschöpft. Ein großer Teil der heute in Deutschland verwendeten Torfe kommt inzwischen aus Estland, Lettland und Litauen, dort wird die Moorzerstörung fortgesetzt. Torffreie Gartenerden auf Basis von Kompost oder Rindenhumus besitzen ähnliche bodenverbessernde Eigenschaften, versauern im Gegensatz zu Torf aber kaum die Böden. „Achten Sie beim Einkaufen torffreier Blumenerde darauf, dass es sich wirklich um Produkte ohne Torf handelt,“ appelliert der BN. Vorsicht sei geboten bei "torfreduzierten" bzw. "torfarmen" Produkten, sie besitzen meist immer noch einen Torfanteil von 60 bis 80 Prozent. Auch torffreie Erden auf Kokosbasis sieht der BN kritisch, da durch den langen Transportweg unnötig Emissionen freigesetzt werden. Heimische, robuste Pflanzenarten benötigen ohnehin keine Torferden. Eines der besten Mittel zur Bodenverbesserung ist der eigene Kompost. Wer einen Garten hat, kann selbst kompostieren, führt dem Boden mit Kompost organisches Material mit hoher biologischer Aktivität zu und hat gleichzeitig eine organische Düngung.

Zum BUND- Faltblatt "Torffrei gärtnern – Natur und Klima schützen"gibt es im BN-Infopaket Garten noch Tipps zur naturnahen Gartengestaltung und die Broschüre „Richtig kompostieren“. Sie informiert über alle wichtigen Themen des Kompostierens, so werden alle Abfälle genannt, die kompostiert bzw. nicht kompostiert werden dürfen und es wird die Größe, die Beschaffenheit und der Aufstellungsort eines optimalen Komposthaufens aufgezeigt. Wenn man kompostiert, schont man nicht nur die Natur durch Wiedereinführung  organischer Materialien in den natürlichen Kreislauf,  sondern auch den  eigenen Geldbeutel, denn man spart die Kosten für Düngemittel. Das Infopaket Garten gibt es gegen Briefmarken oder Vorab-Überweisung von 3 € auf das Konto 461251 des BN bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 bei Versand. Bestellung unter Tel. 09421/2512,  Fax 09421/963910 oder unter Email straubing@bund-naturschutz.de. Kostenlos ist die Abholung beim Bund Naturschutz, Ludwigsplatz 14, Eingang Albrechtsgasse, 94315 Straubing, von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Samstag bis 14 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen

Johann Meindorfer