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BN nimmt Stellung ...

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BN-Kreisgruppe gibt Stellungnahme zum Bebauungs- und Grünordnungsplan Solarpark Straubing-Harthof ab:

Eingrünungspflanzungen möglichst  zur Aufwertung des Gebietes im Sinne des Landschaftsplanes dauerhaft erhalten!

Photovoltaikanlagen haben bessere Energieausbeute und Energieeffizienz als Monokulturen für die Agrartreibstoffproduktion.

Im Rahmen des Bauleitplanungs-Verfahrens hat der Bund Naturschutz (BN) gegenüber der Stadt seine offizielle Stellungnahme abgegeben. Zwar sollten vorrangig für Photovoltaikanlagen ungenutzte Dachflächen genutzt werden, weil dadurch keine weiteren Bodenflächen beansprucht werden und die Stadt soll generell alle geeigneten Dachflächen städtischer Gebäude zur Solarenergie- und Stromgewinnung durch Photovoltaikanlagen nutzen. Dies gelte auch für Dachflächen von Gebäuden im Eigentum von Unternehmen mit städtischer Beteiligung, gemeinnützige, kirchliche, private. landwirtschaftliche und gewerbliche Dachflächen. Unter Berücksichtigungder auf intensiv landwirtschaftlich zur konventionellen Nahrungs- oder Biotreibstoff-Produktion genutzten Ackerflächen gegebenen und weiter zu befürchtenden Einträge von Chemikalien (Pestizide, Dünger) in Boden und Grundwasser könnten aber Bedenken gegen die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für Photovoltaik-Freilandanlagen in der ausgeräumten Gäuboden-Landschaft zurückgestellt werden. Noch dazu habe die Photovoltaik-Freilandnutzung bei rückstandsloser Rückbaubarkeit  gegenüber dem Anbau von Monokulturen für die Agrartreibstoffproduktion durch deren hohen energetischen Input in Form von Mineraldünger, Pestiziden, Treibstoff- und Verarbeitungsenergieeinsatz eine weitaus bessere Energieausbeute und Energieeffizienz.

Den Erfordernissen der vorgesehenen speziellen artenschutzfachlichen Prüfung müsse in vollem Umfang Rechnung getragen und dies in einem vorzusehenden Monitoring nach 10 Jahren überprüft werden, ebenso den rechtlichen und ökologischen Ausgleichserfordernissen sowohl bezüglich der Flächeninanspruchnahme als auch der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Dies gelte auch für die Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms zur dauerhafte Sicherung und – wo möglich – Wiederherstellung der Naturgüter Boden, Pflanzen- und Tierwelt, zur Sicherung von Lebens- und Teillebensräumen wild lebender Pflanzen und Tiere und der Weiterentwicklung zu Biotopverbundsystemen. Damit auch die Ziele des Regionalplanes „Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten, insbesondere südlich der Donau und des bestehenden Landschaftsplanes zur Aufwertung des Gebietes entsprochen wird, muss nach Überzeugung des BN ein möglichst grosser Teil der vorgesehenen Gehölzpflanzungen zur Eingrünung der Photovoltaikanlagen dauerhaft auch über die Betriebsdauer der Anlage hinaus unter Einbindung in ein Biotopverbundsystem erhalten werden. Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn Gehölze nach nur 30 Jahren wieder entfernt werden dürften, wenn sie durch ihr höheres Alter und höheren Wuchs einen höheren ökologischen Wert als die Neuanpflanzung hätten. Dies würde eine Verschwendung der finanziellen und natürlichen Ressourcen darstellen, die für eine nur übergangsweise Bepflanzung aufgewendet würden, ohne dass ein dauerhafter – und für den Lebensraum steigender - Wert erhalten wird.

Mit freundlichen Grüssen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender