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BN nimmt Stellung ...

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BN-Kreisgruppe an Regierung von Niederbayern

Keine Erweiterung des Steinbruchs Steinach in der beabsichtigten Dimension zulassen!

Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens zur beabsichtigten Erweiterung des Steinbruchs Steinach hat der Bund Naturschutz (BN) gegenüber der Regierung von Niederbayern gegen das „überdimensionierte“ Vorhaben Stellung genommen.

Die Planung für 40 Jahre im Voraus lasse in der beabsichtigten Dimension in keiner Weise erkennen, dass sie dem Grundsatz der sparsamen Inanspruchnahme von Flächen folgt, wie sie das Landesentwickungsprogramm fordert.  Eine derart überdimensionierte Darstellung setze auch für Unternehmen und  Nachfrager keinerlei Knappheitssignale, die zu einem sparsamen Umgang mit den Rohstoffen anhalten oder die Entwicklung von Alternativen wie den Einsatz von Recyclingmaterial fördern würden. Das Vorhaben widerspreche auch dem Raumordnungsgesetz mit seiner Forderung zur sparsamen Flächennutzung: „Die Naturgüter, insbesondere Wasser und Boden, sind sparsam und schonend in Anspruch zu nehmen;...“.

Vorrangig vor Abbau und Verbrauch von Primärrohstoffen wie Kies und Sand müsse die Verwendung von aufbereitetem und gereinigtem Bauschutt-Granulat bei geeigneten Bau-, insbesondere Tiefbauvorhaben, etwa beim Unterbau von Strassen, Wegen und Stellplätzen sowie von Recyclingasphalt im Tragschichten- und Deckenbau sein. Dies sicherzustellen und bei eigenen Bauvorhaben umzusetzen, sei Verpflichtung für alle Stellen der öffentlichen Hand. Dies geschieht nach den Feststellungen des BN bei weitem noch nicht im erforderlichen und möglichen Umfang, sodass im Falle von Schotter/Steinbruchmaterial die Möglichkeiten des Einsatzes von aufbereitetem und gereinigtem Bauschutt-Granulat und Recyclingasphalt bei geeigneten Bauvorhaben nicht ausgeschöpft seien. „Bevor diese jedoch nicht ausgeschöpft sind, kann der Ausweisung weiterer Abbaugebiete nicht zugestimmt werden,“ so der BN. Unter diesen Umständen dürfte auch keinesfalls wegen der Erweiterung des Steinbruchs die Quellbereiche der vorhandenen Quellen zerstört oder geschädigt oder gar das Landschaftsschutzgebiet Bayerischer Wald verkleinert werden, das neben ökologischen auch wichtige Funktionen als Naherholungsgebiet habe. Vielmehr seien in dem Gebiet die im Arten- und Biotopschutzprogramm geforderten Maßnahmen umzusetzen wie Erhalt und Verbesserung der Arten- und Biotopschutzfunktion von Au- und sonstigen Feuchtwäldern. Kritisch merkt der BN an, dass auf dem bisherigen Steinbruchgelände offensichtlich keine Rekultivierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Es bestehe demnach keine Sicherheit, dass die vorgesehenen Maßnahmen bei Erweiterung des Abbaus realisiert würden: „Auf den Randflächen des Abbaus finden sich Großes Springkraut, Kanadisches Berufskraut, Staudenknöterich und Goldrute. Es ist daher zu befürchten, dass die Sukzession zu natürlichen, einheimischen Beständen auf den meisten Standorten behindert wird oder unmöglich ist und der Erfolg von Ausgleichsmaßnahmen zweifelhaft ist“.

Mit freundlichen Grüßen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender