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BN: Grillspass – aber nicht auf Kosten der tropischen Regenwälder – „Der Tropenwald wird im Grill verheizt“

Weils um die Wurst geht: Wenn nicht vegetarisch, dann Bio-Würstl und Bio-Fleisch auf dem Grill statt Massenware

Wie die Aktion „Rettet den Regenwald“ ruft der Bund Naturschutz (BN) dazu auf, beim sommerlichen Grillspass den Schutz der tropischen Regenwälder im Auge zu behalten. Wer im Sommer Grillkohle kaufen will, muss nicht lange suchen. In Tragetaschen und Papiersäcken stapelt sie sich in den Regalen von Supermärkten, Tankstellen, Bau- und Gartencentern. Die Holzkohle stammt allerdings nur zu einem sehr kleinen Teil aus heimischer Produktion, wissen die Umweltorganisationen. Sie wird fast ausschließlich aus den Tropen und aus Osteuropa importiert und hierzulande lediglich abgefüllt. Im Durchschnitt etwa 200.000 Tonnen jährlich, so das Statistische Bundesamt.Hinweise zur Herkunft der Ware finden sich auf den Holzkohlepackungen zumeist nicht. Paraguay ist seit Jahren Hauptlieferant für hiesige Grillfeiern. Ein Viertel der Holzkohle – 50.000 Tonnen pro Jahr - stammt aus dem südamerikanischen Land, dann kommen Argentinien mit über 27.000 Tonnen sowie Nigeria, Indonesien und Namibia. Lediglich ein Viertel stamme aus europäischer Produktion, hauptsächlich aus Polen und der Ukraine. Ganze Wälder, wie der Chaco-Wald in Südamerika, würden täglich abgeholzt, hauptsächlich um Platz für die Viehzucht und für den Sojaanbau zu schaffen. Der Holzeinschlag und die Holzkohleproduktion seien dabei ein wichtiger Teil des Geschäfts und finanzierten die Rodungen. Angaben wie „kein Tropenholz“ und die Werbung mit dem Industriesiegel FSC bieten keine Sicherheit, warnt die Aktion „Rettet den Regenwald“. Völlig unverantwortlich sind auch die sogenannten „Einweggrills“. Der Rost und die mit hohem Energieaufwand produzierte Aluminiumschale werden oft nach Gebrauch einfach weggeworfen – oder im Park stehengelassen und nicht wenigstens dem Alu-Recycling zugeführt.

Auch oberhalb des Grillrostes sehe es nicht besser aus: Die Grillsteaks stammten ebenso häufig aus Argentinien, Brasilien und Paraguay, die zu den größten Rindfleischexporteuren weltweit gehören. Und Fleisch aus europäischer Produktion sei meist ebenso schädlich weil die Tiere mit importiertem Sojaschrot gemästet werden. In den drei südamerikanischen Ländern belege Soja bereits 45 Millionen Hektar Land – eine Fläche so groß wie Deutschland und Österreich zusammen. „Für unseren Hunger nach Fleisch fressen sich die Monokulturen immer tiefer in die tropischen Wald- und Savannengebiete hinein“, warnen „Rettet den Regenwald“ und BN. Grillen bedrohe also die tropischen Wälder gleich in dreifacher Hinsicht. Als Alternative zu den schädlichen Tropenholzkohlegrills käme nur nachhaltig produzierte Holzkohle aus heimischem Holz in Frage oder Gas- und Elektrogrillgeräte. Wer bei der sommerlichen Grillparty Bio-Würste auflegen möchte, kann in den Kühlregalen der Bio-Läden mittlerweile eine große Auswahl aus ökologisch-verantwortlicher Herstellung finden. Die Vorschriften der EU-Bio-Verordnung wie noch stringenter der Bio-Landbauverbände geben eine durchgängig tiergerechtere Haltung von Nutzvieh vor als in der konventionellen Landwirtschaft. Gerade bei agrarindustriellen Grossbetrieben sei eine den Lebewesen Leid zufügende Massentierhaltung an der Tagesordnung, ob in grossen Hähnchen- oder Schweinemastbetrieben oder auch der Legehennenhaltung. Jede Vegetarierin und jeder Vegetarier erspart nicht nur den Tieren entsprechendes Leiden, sondern auch der Umwelt durch seinen Fleischverzicht klimaschädliche Emissionen von Methangas, das in der Nutztierhaltung und der Fleischproduktion entsteht und spart ebenso Energie in der Nahrungsmittelproduktion ein, da der direkte Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln energieintensive „Veredelungsprozesse“ etwa von Getreide in Fleisch vermeidet, die gerade in der industriellen Massentierhaltung und Nahrungsmittelindustrie oft mit weiten Transportwegen von Futtermitteln oder auch Fleisch etwa aus Südamerika nach Deutschland verbunden ist. Vegetarisch Grillen mit Bio-Soja-Würstchen oder Bio-Gemüse sei daher im Sinne von Mensch und Tier optimal. Und alle Fleisch-Griller sollten statt Billig-Fleisch vom Discounter lieber qualitätvolles und tierschutzgerecht erzeugtes Bio-Fleisch kaufen. Das sei neben den gesundheitlichen Vorteilen ein gewichtiger Beitrag zum Klimaschutz, informiert der Bund Naturschutz in seinen Infopaketen „Rettet den Regenwald“  und „Bio-Fleisch“. Diese gibt es beim BN in der Albrechtsgasse 3 in Straubing gegen eine Spende, Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr, samstags bis 14.00 Uhr. Zugesandt werden sie gegen 3 € (auch in Briefmarken) oder Vorabüberweisung von 3 € auf das Konto des BN 461251 bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 mit Kennwort „IP Regenwald“ bzw. „IP Bio- Fleisch“ und vollständiger Absenderadresse; Bestellung unter Tel. 09421/2512, Fax 09421/963910 oder straubing@bund-naturschutz.de. Unter www.bund-naturschutz.de gibt es weitere Tipps und Infos, ebenso unter www.regenwald.org, wo man auch einen offene Brief an die Ketten deutschen Supermärkte, Bau- und Gartencenter, Tankstellenbetreiber unterzeichnen kann mit der Aufforderung und Bitte, sämtliche Holzkohle aus dem Verkaufssortiment zu nehmen, die aus (sub)tropischen Ländern stammt.

Mit freundlichen Grüssen
Johann Meindorfer