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BN rügt Genehmigung für Hähnchenmaststall in Strasskirchen

und fordert angesichts der Erweiterungen der Geflügel-Grossschlächterei in Bogen-Hofweinzier: Der Massentierhaltung Einhalt gebieten – Behörden, Politiker und Verbraucher gefordert 

Weniger Fleischkonsum bringt mehr Lebensqualität, dient Gesundheit, Tier- und Klimaschutz - Infopaket

Im einem Schreiben an das Landratsamt Straubing-Bogen rügt der Bund Naturschutz (BN) die von dort gegen der Willen der betroffenen Gemeinde Strasskirchen und gegen den weit überwiegenden Bürgerwillen erteilte Genehmigung für einen Hähnchenmaststall mit „39500 Mastplätzen“ in Strasskirchen. Diese fusse offensichtlich auf die im Auftrag des Vorhabensträgers erstellte „standortbezogene Vorprüfung des Einzelfalls“. Die dabei herangezogenen Grundlagen zur naturschutz- und immissionsschutzrechtichen Bewertung sieht der BN als veraltet und nicht aktuell zutreffend an; sie beziehen sich auf einen Zustand, der vor der Umsetzung des Pflege- und Bewirtschaftungskonzeptes „Strasskirchner Moos“ gegeben war, aber durch diese inzwischen erheblich verändert sei, was zu einer deutlich höheren Wertigkeit und Empfindlichkeit des betroffenen Gebietes geführt hat. In diesen Unterlagen selbst steht: „ Es fanden in Rücksprache mit der Genehmigungsbehörde keine faunistischen Kartierungen statt zur Beurteilung der artenschutzrechtlichen Belange. Jedoch wurde … die …ornithologische Begleituntersuchung aus dem Jahr 1991 (!) herangezogen…“.  Daraufhin wurde festgestellt: „ Eine unmittelbare Schädigung des Lebensraums der genannten Arten durch … ist nicht anzunehmen, …“. Schon auf dieser unzureichenden Grundlage eine nach dem „Gesetz über  die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG)“ für das Vorhaben erforderliche UVP als nicht notwendig zu beurteilen, sei keinesfalls vertretbar. Zumindest hätte eine qualifizierte standortbezogene Vorprüfung des Einzelfalls mit gebotener Beteiligung von Öffentlichkeit sowie anerkannten Naturschutzverbändes rechtzeitig durchgeführt werden müssen, rügt der BN. Er legte deshalb bei der Regierung von Niederbayern Aufsichtsbeschwerde ein und stellte Antrag auf aufsichtsrechtliche Überprüfung des Vorganges. Anzuzweifeln sei auch, ob es sich beim Bauherrn wirklich um einen privilegierten landwirtschaftlichen Betrieb handle.

Nach Überzeugung von zweitem 2. BN-Kreisvorsitzenden Johann Meindorfer können Massentierhaltungs-Anlagen nicht als Bestandteil umwelt- und tiergerechter landwirtschaftlicher Produktion angesehen werden, wie es leider die von der Agarindustrie-Lobby beeinflusste Politik tue. Deshalb hat der Bund Naturschutz in einem Brief an die beiden CSU-Bundesminister für Verkehr Bauwesen und Stadtentwicklung, Peter Ramsauer und für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, eine Änderung der Rechtsvorschriften gefordert. Sie sollten sich für eine klima-, umwelt- und tiergerechte Wirtschaftsweise einsetzen und dabei konkret auch eine Privilegierung von Anlagen tierungerechter Massentierhaltung als zulässige landwirtschaftliche Bebauung im Aussenbereich ausschliessen. In der Kritik stehen im Zusammenspiel mit der Ausweitung tierungerechter Massentierhaltung auch die Erweiterungen der Geflügel-Grossschlächterei in Bogen-Hofweinzier. Man erwartet von den zuständigen Behörden, dass sie eine Rodung von Gehölzen ahnden, die dort erfolgt ist, ohne das Bebauungsplanverfahren abzuwarten. Tier- und Klimaschutz beginnt für den BN am Teller, was bedeute: „weniger Fleisch, dafür mehr Qualität durch Bioerzeugnisse“. Die Konsumenten könnten unnötiges Leiden von Nutztieren minimieren, wenn sie auf Fleisch aus der Massentierhaltung verzichten, ihren Fleischkonsum etwas einschränken und statt oft viel Billig-Fleisch vom Discounter lieber etwas seltener bewusst qualitätvolles und tierschutzgerecht erzeugtes Bio-Fleisch kaufen würden. Ein Infopaket über Bio-Fleisch- und Wurstwaren gibt es beim BN gegen Briefmarken oder Vorab-Überweisung von 3 € auf das Konto 461251 bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000. Bestellung unter Tel. 09421/2512,  Fax 09421/963910 oder unter Email straubing@bund-naturschutz.de. Kostenlos erhältlich ist es bei Abholung beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr, Samstag von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr.  

Mit freundlichen Grüssen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender