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OFFENER BRIEF an Herrn Staatsminister Zeil

Freiland-Photovoltaikanlage Alburg-Harthof, Stadt Straubing

Vorbehalte Ihres Hauses wegen Vorranggebiet für den Lehmabbau

Sehr geehrter Herr Staatsminister Zeil, sehr geehrte Damen und Herren,

nach uns vorliegenden Presse-Informationen will die Rohstoff-Abteilung Ihres Hauses die Nutzung von rund 150 Hektar landwirtschaftlich intensiv genutzter Fläche im Gäuboden, Bereich Alburg-Harthof in der Stadt Straubing durch Photovoltaikanlagen verhindern. Die Begründung soll sein, dass es sich bei den betreffenden Flächen um Vorranggebiete für den Lehmabbau handelt.

Diese Begründung kann aus mehreren Gründen nicht nachvollzogen werden.

Die Nutzung durch Photovoltaikanlagen zur umweltverträglichen Stromerzeugung soll auf maximal 30 Jahre begrenzt werden. Anschliessend ist in der inzwischen ausgearbeiteten und in den Anhörungsverfahren ausgelegten Deckblättern zum Flächennutzungs- / Landschaftsplan sowie im Bebauungs- und Grünordnungsplan der Stadt Straubing der vollständige Abbau dieser Anlagen vorgesehen. Die Lehmvorräte werden dadurch nicht geschädigt oder gemindert.

Der Umfang der Vorranggebiete für den Lehmabbau in der Region entspricht einem prognostizierten Bedarf für einen weitaus längeren Zeitraum, wobei umfangreiche Vorranggebiete ausserhalb des Vorhabensgebietes weiterhin für eine kurzfristige Nutzung in einem Umfang zur Verfügung stehen, die sogar bei einem derzeit unwahrscheinlichen  grösseren Konjunkturaufschwung in der Bauwirtschaft den Bedarf der Ziegelindustrie leicht zu decken vermögen.

Nicht zuletzt deshalb hat auch das Anhörungsverfahren des Regionalen Planungsverbandes Donau-Wald zur Frage einer temporären Nutzung der fraglichen Flächen durch Photovoltaikanlagen keine hinderlichen Einwände seitens der Verbände der Rohstoffwirtschaft ergeben und mündete in die Zustimmung des Regionalen Planungsverbandes des Vorhabens unter Bedingungen, die bei Photovoltaik- Nutzung eingehalten werden.

Dazu kommt, dass die Eigentümer der Flächen deutlich keinerlei Willen zum Abbau des Rohstoffes Lehm in den nächsten 30 Jahren, jedoch die Absicht zur Nutzung durch Photovoltaikanlagen zeigen.

Dagegen würde die Umsetzung des geplanten – und aus gesamtökologischer Sicht begrüssenswerten und daher zustimmungsfähigen - Bebauungs- und Grünordnungsplan der Stadt Straubing eine ausgewogene Entwicklung der Nutzung umweltverträglicher erneuerbarer Energien einerseits sowie einer in einschlägigen Regelwerken vorgesehenen ökologischen Aufwertung der ausgeräumten Agrarlandschaft des Gäubodens andererseits ermöglichen, ohne die Belange der Rohstoffsicherung zu gefährden.

Dies betrifft die Vorgaben

a) des Landesentwicklungsprogramms (LEP) „Dauerhafte Sicherung und – wo möglich – Wiederherstellung der Naturgüter Boden … Pflanzen- und Tierwelt“, „Sicherung von Lebens- und Teillebensräumen wild lebender Pflanzen und Tiere, Weiterentwicklung zu Biotopverbundsystemen“, 

b) des Regionalplanes „Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten, insbesondere südlich der Donau“, „ Bewahrung der natürlichen Faktoren Luft, Boden, Wasser, Tier- und Pflanzenwelt vor schädlichen Einflüssen und Belastungen“ und

c) des bestehenden Flächennutzungs- und Landschaftsplanes zur Aufwertung des Gebietes

die bei den erforderlichen Ausgleichs- und Ein- sowie Durchgrünungsmassnahmen mit verwirklicht werden könnten.

Dabei ist aus energiepolitischer und landwirtschaftlicher Sicht die weitaus bessere und anerkanntermassen mindestens um den Faktor 20 höhere Energieausbeute/-effizienz der Photovoltaik-Freilandnutzung gegenüber

der bei intensiv landwirtschaftlicher Biotreibstoff-Produktion möglichen Energieausbeute/-effizienz aus den Ackerflächen zu berücksichtigen. Noch dazu wären bei intensiv landwirtschaftlicher Biotreibstoff-Produktion

weitere dauerhafte Einträge von Chemikalien (Pestizide, Dünger) in Boden und Grundwasser zu befürchten, die bei Photovoltaik-Nutzung entfallen würden, sodass diese zur einer Phase der Regeneration von Boden und Grundwasser wie auch der Artenvielfalt  führen würde.

Das würde auch die gebotene Umsetzung der Wasser-Rahmenrichtlinie erleichtern.

Bitte setzen Sie sich angesichts dieser gesamthaft überzeugend für eine Photovoltaik-Nutzung sprechenden Argumente persönlich dafür sein, dass diese Chance zur Nutzung umweltverträglicher erneuerbarer Energien sowie der ökologischen Aufwertung der Agrarlandschaft im Bereich Straubing-Harthofbei dieser Gelegenheit vollumfänglich genutzt werden kann.

Für Ihre Bemühungen und Ihre Antwort dazu , die wir mit Interesse erwarten, schon jetzt besten Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Molz                                          Johann Meindorfer

1. Kreisvorsitzender                                2. Kreisvorsitzender