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BN-Arbeitskreis Abfall / Ressourcenschonung appelliert an ethisch-moralische Vorbildfunktion der Kirchen

Christliche Verantwortung für die Schöpfung vorbildhaft wahrnehmen durch durchgängig umweltverträgliches Handeln!

Umfassender Umstellung auf umweltfreundliche Recyclingpapiere aus 100% Altpapier, Bio-Verpflegung, Ökostrom und vorrangige Wahl der umweltverträglichen Verkehrsträger Fahrrad, Bus und Bahn auf allen Ebenen erforderlich, nicht nur in Nischen wie den Büros der Umweltbeauftragten oder besonders engagierter Einzel-Persönlichkeiten

Im einem Schreiben an die katholischen Bistümer und evangelischen Landeskirchen ruft der Bund Naturschutz (BN) diese auf, dem Klimaschutz und der christlichen Verantwortung für die Schöpfung durch eine durchgehend umweltverträgliche Ausrichtung ihres Handeln auf allen Ebenen inclusive ihrer Verwaltungseinheiten, Kirchengemeinden sowie kirchlichen Einrichtungen und Organisationen Rechnung zu tragen.

Gerade wegen der ethisch-moralisch nicht vertretbaren tierquälerischen Massentierhaltung, die neben dem Tierleid durch den Import von Futtermitteln aus Schwellen- und Entwicklungsländern zur Vernichtung wertvoller Urwälder und Moore, Lebensräume und natürlicher CO2-Speicher auch eine Rolle als Klimakiller spielt, sei im kirchlichen Bereich eine vorbildliche und umfassende Verwendung von Lebensmitteln und Getränken aus kontrolliert biologischer Erzeugung erforderlich bitten. Denn die Massentierhaltung breite sich mit dem gesetzlichen Segen der Bundesregierung weiter aus, bundesweit, ob in Niedersachsen, den ostdeutschen Bundesländern oder in Bayern.

„Doch auch in den übrigen Handlungsfeldern scheint ein häufig auftretendes Problem bei alledem in der Kirche – wie in anderen Organisationen auch – zu sein, dass vieles Notwendige und Sinnvolle in den speziell für den Umweltschutz zuständigen Stabs- und Dienststellen gang und gäbe ist, aber eben nicht durchgängig „in der Linie“, also in den weiteren Ebenen (vereinzelt dort natürlich schon auch),“ gibt Johann Meindorfer vom BN-Landesarbeitskreis Abfall / Ressourcenschonung die gemachten Erfahrungen wider. Die Zeit, wo in einigen Nischen ein einigermassen umweltverträgliches Verhalten umgesetzt, in der Breite aber weiter nicht die ökologisch verträglichsten Handlungsoptionem umgesetzt würden, müsse angesichts der Dramatik der Klimaveränderungen vorrei sein. Ein Weiter so, ein Nicht-Handeln im Umwelt- und Klimaschutz, nicht jeweils die ökologisch verträglichste Handlungsoption wahrzunehmen, hilft nicht nur nichts, es verursacht immer neue Schäden „im Kleinen“, die sich dann zum grossen globalen Schaden summieren“  so Meindorfer. Den Kirchen komme dabei eine ethisch-moralische Vorbildfunktion zu, um deren Erfüllung gerade auch in praktischen „kleinen Dingen“ der BN bittet.

„Deshalb: gerade hier "in der Fläche", in der Vielzahl der mehr oder weniger eigenständig handelnden Einheiten bedarf es einer konkreten Umsetzung auf allen Ebenen mittels ganz konkreter Massnahmen, denn was hier nicht für den Umwelt- und Klimaschutz unternommen wird, bedeutet eine zusätzliche Schädigung unseres Ökosystems, also der  Schöpfung,“  so der Appell, der exemplarische verschiedene Handlungsfelder konkretisiert:

1. Papierverwendung

 Wie die  neueste Ökobilanz des Umweltbundesamtes ergeben hat, ist Recyclingpapier aus 100% Altpapier die umweltverträglichste Papiervariante. Dagegen sind Primärfaserpapiere mit erheblich höheren Umweltbelastungen verbunden. Nach unserer Kenntnis verwenden kirchliche Dienststellen und Organisationen leider noch solche umweltbelastende Primärfaserpapiere für ihre Briefbögen/ Kuverts/ Druckstücke. Die Verwirklichung der damit nocherheblichen Potentiale einer umfassenden Umstellung auf umweltfreundliche Recyclingpapiere aus 100% Altpapier würde zu einer erheblichen Einsparung von Herstellungsenergie und darüber hinaus von Frischwasser beitragen.

2. Angebot gentechnikfreier Lebensmittel und Getränke aus kontrolliert-biologischer Erzeugung

Die kirchlichen Stellen sollten den umwelt- und klimafreundlichen ökologischen Landbau mit der Verwendung von Lebensmitteln und Getränke aus kontrolliert biologischer Erzeugung im Verpflegungsbereich fördern. Gleichzeitig könnten sie damit dafür sorgen, dass nicht durch Ausbreitung der risikobehafteten Gentechnik die weitere Existenz einer gentechnikfreien Landwirtschaft und damit einer gentechnikfreien Lebensmittelversorgung gefährdet wird. Mittlerweile gibt es ein umfassendes Angebot von Lebensmitteln und Getränke aus kontrolliert biologischer Erzeugung, so dass die gesamte Verpflegung mit diesen bestens kontrollierten hochwertigen Erzeugnissen bestritten werden kann. Jegliche Produkte aus tierquälerischer Massentierhaltung, ob Eier, Fleisch oder Milchprodukte sollen dagegen gemieden werden, ob bei Pfarrfesten, Empfängen, Jubiläen oder sonstigen Veranstaltungen.

3. Gentechnikfreie und kontrolliert-biologische Bewirtschaftung kirchlicher Liegenschaften

Was einige kirchliche Organisationen, beispielsweise katholische klösterliche Gemeinschaften wie die Benediktinerabtei Plankstetten, bereits vorbildlich praktizieren, würde, in die „kirchliche Fläche ausgerollt“, der schöpfungsfreundlichen Landbewirtschaftung – vorteilhaft auch unter dem wirtschaftlichen Aspekt angesichts einer jährlich steigenden Nachfrage nach Bioprodukten – grossen Vorschub leisten: eine umfassend gentechnikfreie und kontrolliert-biologische Bewirtschaftung kirchlicher Liegenschaften und die entsprechende Vorgabe auch für alle Pachtflächen an deren Pächter.

4. Kirchliches betriebliches umweltfreundliches Mobilitätsmanagement

Kirchliche Stellen bzw. deren Mitarbeitende könnten durch gezielt vorrangige Wahl der umweltverträglichen Verkehrsträger Fahrrad, Bus und Bahn einen erheblichen Beitrag zur Vermeidung verkehrsbedingter Abgasemissionen und zur Einsparung von Energie leisten.

5. Energieeffiziente Gebäudeplanung und –bewirtschaftung

Zur Realisierung von Energieeinsparmöglichkeiten könnte für den kirchlichen Gebäudebestand eine Teilnahme an den CO2-Minderungsprogrammen erfolgen.

6. Umweltverträglich erzeugter Öko-Strom aus 100 % regenerativen Energiequellen für Liegenschaften

Mit der Umstellung auf  Ökostrom aus 100 % regenerativen Energiequellen für die Liegenschaften kann dazu beigetragen werden, den Atomstromanteil an der Energieversorgung zu senken und den Treibhauseffekt zu reduzieren.

Mit freundlichen Grüssen

i.A. Johann Meindorfer