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BN-Kreisvorstand an Landrat: Eingrünungsflächen bei Freiland-Photovoltaikanlagen zur dauerhaften Aufwertung der Landschaft nutzen

Landkreis soll auf Umsetzung der landschaftsplanerischen Ziele von Landschafts- und Regionalplan hinwirken

in „ausgeräumten“ intensiv agrarisch genutzten Räumen wie dem Gäuboden enthält praktisch jeder Landschaftsplan das Ziel der Durchgrünung der Agrarlandschaft mit linearen Gehölzstrukturen. Nur selten wird dieses Ziel auch durch entsprechende Maßnahmen umgesetzt, zumeist nur in Teilen in Verbindung mit Eingriffen im Rahmen von Bauleitplanungsverfahren, so der Bund Naturschutz (BN) in einem Brief an Landrat Alfred Reisinger . Darüber sind im gültigen Regionalplan der die Vorgaben „Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten, insbesondere südlich der Donau“ enthalten. Nachdem derzeit die Zahl der geplanten großflächigen Freiland-Photovoltaikanlagen stark zunimmt, würden sich die dabei jeweils festgesetzten Eingrünungs-Maßnahmen dazu eignen, einen Teil dieser Funktionen dauerhaft zu übernehmen. Dazu müsste der Bestand zumindest des grössten Teils dieser Eingrünungs-Maßnahmen jedoch dauerhaft über die Betriebsdauer der entsprechenden Photovoltaikanlagen hinaus auch für die Zeit nach deren Rückbau gesichert werden.

Die Zulässigkeit einer Entfernung der Gehölze bei Eintritt der Rückbauverpflichtung für die PVA bedeute aber, dass die Gehölze gerade dann wieder entfernt würden, wenn sie durch ihr höheres Alter und höheren Wuchs einen höheren ökologischen Wert als die Neuanpflanzung hätten. Dies könne zum einen aus arten- und naturschutzfachlicher Sicht nicht hingenommen werden und es wäre auch eine Verschwendung der finanziellen und natürlichen Ressourcen, die für eine nur übergangsweise Bepflanzung aufgewendet werden, ohne dass ein dauerhafter  den Lebensraum steigernder  Wert erhalten werde. Dies sei noch weniger hinnehmbar, weil eben die jeweils festgesetzten Eingrünungs-Maßnahmen den Erfordernissen einer Vielzahl rechtsgültiger Landschaftspläne sowie des Regionalplanes entsprechen würden, die sonst meist gar nicht zur Umsetzung kämen. Erhebliche Teile der Eingrünungs-Maßnahmen seien als Bestandteil linearer Biotopverbundsysteme mit lokalen Aufweitungen gut geeignet.

„Wir bitten Sie daher“, so der BN an Landrat Reisinger, „den dauerhaften Erhalt von Teilen  der festgesetzten Eingrünungsflächen sowie der darauf vorgesehenen Bepflanzung in größtmöglichem Umfang als Teil eines Biotopverbundes auch durch Flächenerwerb durch die öffentliche Hand sicherzustellen.“ Das Landratsamt möge auch mit Fördermitteln für die Gemeinden deren Bereitschaft zur Umsetzung der Ziele bestehender Landschaftspläne im Zusammenhang mit den Photovoltaikanlagen fördern, indem diese entsprechende Eingrünungsflächen  erwerben und dadurch dauerhaft  erhalten. Dann könnten diese letztendlich neben einer zeitlich begrenzten optischen Veränderung zu einer dauerhaften ökologischen Aufwertung der Agrarlandschaft verhelfen. Der Boden unter den Anlagen könne sich vom langjährigen Dünger- und Pestizideintrag erholen und regenerieren, was langfristig der Bodenfruchtbarkeit und der Grundwasserqualität diene.

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender