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Achtung: Jetzt Hochphase der Amphibienwanderungen - BN bittet Autofahrer um Vorsicht

Die hohen Frühlingstemperaturen verbunden mit einzelnen Regenfällen führen dazu, dass jetzt bayernweit die Hochphase der Amphibienwanderungen stattfindet. An über 450 Wanderwegen in Bayern retten Tausende ehrenamtlicher Helfer des Bundes Naturschutz (BN) in diesen Tagen über 700.000 Frösche, Kröten und Molche vor dem Verkehrstod – eine der größten Arten- und Tierschutzaktionen Deutschlands.

Der BN appelliert an die Autofahrer, nun Rücksicht zu nehmen, nicht nur auf die Amphibien, sondern auch auf die Helfer am Straßenrand!

Zudem bittet der BN unter www.amphibien.bund-naturschutz.de erstmals in diesem Jahr um Hinweise der Bevölkerung zu bislang unbekannten Amphibienwanderwegen, wo wegen fehlender Schutzmassnahmen noch immer massenhaft Frösche und Kröten überfahren werden.

2009 verließen wegen des langandauernden Winters erst Anfang März die allerersten Frösche ihr Winterquartier. In den letzten Wochen waren die Nächte aber meist noch viel zu kalt und zu trocken. Amphibien brauchen feuchtwarme Abend- und Nachtstunden zum Wandern, vorzugsweise bei Regen und einer Temperatur von über 5 °C. Die seit dem Wochenende sprunghaft gestiegenen Temperaturen verbunden mit Regenfällen führen nun dazu, dass die Amphibien scharenweise die Straßen überqueren, um Teiche und Feuchtgebiete zu erreichen.

Der Bund Naturschutz appelliert an die Autofahrer, bei nächtlichen Fahrten auf die aktiven Tiere zu achten. Insbesondere während der Dämmerung und in den ersten zwei Dunkelheitsstunden ist mit wandernden Tieren zu rechnen. Schwerpunkte der Wanderung sind Talräume, in denen der Wald an Tümpel oder Weiher grenzt. „Ohne Rücksicht und Hilfe haben viele Amphibien kaum eine Chance, zahlreiche Populationen sind bereits ausgerottet worden. Achten Sie nun auf wandernde Amphibien, damit der Laichzug der Lurche nicht zum Leichenzug wird!“, so der BN.

Wenn die Amphibien die Straßen kreuzen müssen, droht ihnen massenhafter Tod durch Überfahren. Kröten bewegen sich nicht nur langsam fort sondern verharren zusätzlich im Scheinwerferkegel in einer Schreckstellung. Wenn sie Glück haben und nicht direkt von einem Auto getötet werden, werden sie häufig ab ca. 40 km/h vom Luftwirbel der Autos erfasst, hochgewirbelt und getötet.

Der BN bittet die Autofahrer bei nächtlichen Fahrten jetzt um besondere Vorsicht:

  • Achten Sie vor allem entlang von Wäldern und in der Nähe von Gewässern auf Warnschilder und befolgen Sie die aktuellen Geschwindigkeitsbegrenzungen (Tempo 30) an den Wanderbereichen– auch im eigenen Interesse, denn zerquetschte Amphibien wirken auf Asphalt wie Schmierseife.
  • An den Stellen, an denen ehrenamtliche Mitarbeiter Krötenzäune errichtet haben, sollten Sie auf Helfer (Warnweste) achten, die abends und morgens am Straßenrand die Tiere einsammeln.
  • Denken Sie daran, dass vor allem warme, regnerische Abende die fortpflanzungsbereiten Amphibien massenweise zur Laichwanderung locken und fahren Sie dann besonders achtsam.
  • Wenn Sie viele tote Tiere auf der Straße finden und hier kein Amphibienzaun steht, dann melden Sie dies bitte unter www.amphibien.bund-naturschutz.de, damit Schutzmaßnahmen ergriffen werden können!

Diese Rücksicht  ist dringend notwendig: Die Amphibienbestände Bayerns sind anhaltend rückläufig, immer mehr Arten müssen in die Rote Liste gefährdeter Tiere aufgenommen werden. 13 der 19 heimischen Amphibienarten sind gefährdet. Besonders hohe Rückgänge gab es in den letzten Jahren bei Gelbbauchunke, Kreuzkröte und in großen Landschaftsteilen beim Laubfrosch.