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BN-Kreisvorstand: Dachflächen konsequent für Warmwassersolar- und Photovoltaikanlagen nutzen

Noch stärker als bisher sollen laut Bund Naturschutz Dachflächen auf Privathäusern wie insbesondere auf gewerblichen und öffentlichen Gebäuden zur Nutzung der Sonnenenergie verwendet werden. Sowohl durch Warmwassersolaranlagen, die bei gutem Dämmstandard der Gebäude auch einen Teil des Heizenergiebedarfes decken könnten, als auch durch Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung aus dem Sonnenlicht liesse sich noch eine grosse Energiemenge umweltfreundlich erzeugen. Um das Potential auszuschöpfen, müssen bereits Planung und Bau neuer Gebäude auf die Photovoltaik- und Solarthermienutzung ausgerichtet werden, damit gerade bei grossen gewerblichen Gebäuden wie Werkhallen die Dachflächen  den statischen Anforderungen für derartige Anlagen genügen.  Staat und Gemeinden sowie Planungsbüros müssten auch über die Vorgaben in der Bauleitplanung darauf hinwirken, dass vor allem bei gewerblichen Bauten die Dächer so stabil gebaut werden, dass hierauf Solarenergieanlagen montiert werden können, bekräftigte der BN-Vorstand.  Für neue Photovoltaik-Dachanlagen bis einschließlich 30 kW werden laut BN derzeit mit 42,48 Cent je kWh vergütet, zwischen 30 und 100 kW erhält man 40,36 Cent Einspeisevergütung und für eine Photovoltaik-Dachanlage ab 100 kW bis einschließlich 1 MW werden 39,9 Cent pro kWh vergütet, für Dach-Anlagen über 1 MW 34,48 Cent.  Günstig erweise sich zudem für alle Investionswilligen der derzeitig gesunkene Preis für Photovoltaik-Module.io

Der Vergleich der möglichen Energieausbeute pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche mit dem Anbau „nachwachsender“ Rohstoffe gehe klar zu Gunsten der Photovoltaik aus, wenn auch der jeweilige energetische Input berücksichtigt werden. Wird ein Hektar Ackerland mit Photovoltaikanlagen überstellt und darunter extensiv etwa zur Schafbeweidung ohne Dünger- und Pestizideinsatz genutzt, kann in Kilowattstunden gemessen das Vielfache an Energie erzeugt werden, als bei Intensivanbau von Feldfrüchten und deren Verarbeitung zu Biogas, Agrarethanol oder Agrardiesel. Nachdem der Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung mit einem erheblichen Einsatz von energieaufwendigen und wasserschädigenden Dünge- und Spritzmitteln verbunden sei, und eine erheblich schlechtere Input-/Output-Bilanz an Energie ergebe, müsse man der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen durch Photovoltaik den Vorzug vor dem Intensivanbau „nachwachsender Rohstoffe“ geben. Für Photovoltaik-Freilandanlagen müsse aber jedenfalls der dauerhafte Erhalt des grössten Teils der jeweils vorgesehenen Gehölzpflanzungen – auch nach einem eventuellen Abbau der Anlagen - verbindlich gesichert werden, damit die damit verbundene Flächeninanspruchnahme vertretbar erscheine. Die Zulässigkeit einer Entfernung der Gehölze bei Eintritt der Rückbauverpflichtung für die PVA könnte bedeuten, dass die Gehölze dann entfernt werden, wenn sie durch ihr höheres Alter und höheren Wuchs einen höheren ökologischen Wert als die Neuanpflanzung hätten. Dies könne aus arten- und naturschutzfachlicher Sicht nicht hingenommen werden. Gemeinden sowie Planungsbüros müssten dies über die Instrumente der Landschaft- und Bauleitplanung sowie durch entsprechende Vertragsgestaltung mit den Grundstückseigentümern und Betreibern der Anlagen sicherstellen und im Zweifel ihre Zustimmung zu Photovoltaik-Freilandanlagen von der entsprechenden Bereitschaft der Grundstückseigentümer und Betreiber abhängig machen. In „ausgeräumten“ intensiv agrarisch genutzten Räumen wie dem Gäuboden enthalte praktisch jeder Landschaftsplan das Ziel der Durchgrünung der Agrarlandschaft mit linearen Gehölzstrukturen. Nur selten wird dieses Ziel auch durch entsprechende Maßnahmen umgesetzt, zumeist nur in Teilen in Verbindung mit Eingriffen im Rahmen von Bauleitplanungsverfahren. Nachdem derzeit die Zahl der geplanten großflächigen Freiland-Photovoltaikanlagen gerade auch in diesen Bereichen stark zunimmt, würden sich die dabei jeweils festgesetzten Eingrünungs-Maßnahmen dazu eignen, einen Teil dieser Funktionen langfristig/dauerhaft zu übernehmen, wenn ihr Erhalt dauerhaft gesichert sei. Davon würden Natur. Landschaft und ihre Bewohner profitieren und der Energie- und Geldeinsatz für die Anpflanzungen würden sich dauerhaft rentieren, statt dass eingewachsene Grünstrukturen und die für deren Pflanzung aufgewendeten Gelder nach der Nutzungsdauer der Photovoltaikanlagen „sinnlos vernichtet“ würden.

 

 

Mit freundlichen Grüssen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender