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BN: Mit energiesparendem, gesundheits – und umweltfreundlichen Bauen Chemikalien aussen vor lassen - Bauen und Heizen mit Holz - Holz- statt Ölheizung in Hochwassergebieten

Schutz von Freiflächen in der Bauleitplanung – urbane Lebensräume erhalten und fortentwickeln

Jede Menge Tipps zum energiesparenden solaren umweltfreundlichen Bauen und zur Vermeidung von gesundheitlich bedenklichen Baustoffen, zu umweltverträglichen Baustoffe wie z.B. Dämmstoffen aus Altpapierschnitzeln oder Holzfasern, zu den Grundsätzen energiesparender flächen- und ressourcenschonender Bauweisen hat der Bund Naturschutz (BN) in einem Infopaket „Umweltgerechtes Bauen“ zusammengestellt. Dass umweltfreundliches Bauen zu allererst auch energiesparendes Bauen bedeutet, wird ebenso angesprochen, wie die Wahl der Heizungsart – etwa Brennwertkessel, die mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet sind, sondern auch die Wahl der entsprechenden Wärmeschutzverglasung. Unter dem Motto „Lass die Sonne in Dein Haus“ sind auch BN-Infoblätter zur Solarenergie-nutzung und zur Wärmedämmung enthalten. Holzpellet-Feuerungsanlagen bieten sich als ökologische Alternative zu Öl- und Gasheizungen an, so der Bund Naturschutz (BN). Laut Untersuchungen des Technologie- und Förderzentrums ( TFZ) der Bayerischen Staatsregierung lieGen moderne Holzheizungen im Vergleich zu Gas beim Preis klar vorne, wenn man nicht nur die Anschaffungs-, sondern auch die Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus rechnet. In Hochwassergebieten sollten generell nur noch Holz- statt Ölheizungen zum Einsatz kommen, da bei Überschwemmungen bebauter Gebiete sonst grosse Mengen an Heizöl auf Wiesen, Äcker und in die Flüsse gespült werden – und auch die überfluteten Gebäude verunreinigen.

Besorgnis erreget beim BN die fast ungebremste Zunahme an Siedlungs- und Verkehrsflächen, wozu ein Positionspapier Ursachen des Flächenverbrauchs in den Bereichen Wohnen, Gewerbe und Industrie sowie im Verkehrsbereich aufführt Grund und Boden soll laut § 1a Abs. 2 des Baugesetzbuches sparsam und schonend umgegangen werden; dabei sind ...Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß zu begrenzen, zitiert der BN dazu die Rechtslage. Auch entsprechend von Schreiben des Bayerischen Staatsministers des Innern soll„die Versiegelung von Freiflächen möglichst gering gehalten werden. ...  Bodenversiegelungen sind ... auf das notwendige Maß zu begrenzen.“ Demnach sind auch „die planerischen Mittel, durch die die zusätzliche Bodenversiegelung aus das notwendige Maß begrenzt wird, darzulegen“. Dem werde die Praxis der Bauleitplanung noch viel zu selten gerecht, womit sich der BN nicht abfinden könne. Dem müsse entschieden gegengesteuert werden, durch flächensparende Bauweisen und Verzicht auf immer neue Strassenbauten. Vorrangig sollten bestehende Gebäude technisch und energetisch saniert werden. Der weitestgehende Substanzerhalt von Bestandsgebäuden trage einerseits zur Ressourcenschonung bei, weil dadurch energieintensiv herzustellende neue Baustoffe eingespart werden könnten. Andererseits könne man Häuser auch architektonisch gut "recyceln". Genauso wie energiesparendes klima- und umweltfreundliches Verhalten aller gefördert werden müsse, sei auch Ressourcenschonung beim "nicht nachwachsenden Rohstoff" Boden bzw. Fläche geboten. Dazu müssten entweder schon bebaute Flächen genutzt werden, etwa durch Aufstockung von Gebäuden oder im gleichen Mass wie Neubauten Flächen beansprichen, schon vorhandene Versiegeltungen beseitigt werden. Nur dann könne von einem reellen Ausgleich die Rede sein. Die Verbauung zusätzlicher neuer Flächen an Ortsrändern sei mit den Zielvorgaben des Landesentwicklungsprogrammes nur vereinbar, wenn diese mit einem verdichteten Bebauungskonzept erfolgt, das auch den Umfang der erschliessenden Verkehrsanlagen (Strassen, strassenbegleitende Fusswege …) minimiert, die mit steigender Grundstücksgrösse – ob überbaut oder nicht – unvertretbar mit ansteigen. Diese Wirkungen können auch durch Massnahmen wie begleitende Grünstreifen nicht kompensiert werden, mahnt der BN.

Dass Stadt und Natur kein Gegensatz sein müssen, wie sich Naturschutz in der Stadt, im urbanen Umfeld und in besiedelten Gebieten in die Tat umsetzen lässt und dass der Erhalt städtischer Grünstrukturen auf eine flächenschonende Siedlungsentwicklung angewiesen ist, erfährt man im Infopaket ebenso: dass alte Obstgärten, Alleen, Baumreihen, Heckenstrukturen Blumenwiesen und Parkanlagen in Siedlungsgebieten wertvolle Beiträge zur menschlichen Lebensqualität aber auch zur biologischen Vielfalt der Gene, Arten und Ökosysteme leisten, ist demnach ein wichtiger Grund für ihren Schutz vor Zerstörung. Auch Trockenmauern und nicht verfugte Natursteinmauern ebenso wie naturnahe oder renaturierte Bäche und Teiche mit strukturreichen Uferbereichen stellen wertvolle Lebensräume in besiedelten Bereichen dar. Wichtige Beiträge zu einem ökologisch hochwertigen Lebensumfeld in Städten und Dörfern leistet auch eine naturnahe Gartengestaltung, die solche Biotopelemente „im Kleinen“ aufgreift und Lebensraum für verschiedene Vogelarten, Igel, Eidechsen oder aber durch vielfältiges Blüten- und Futterpflanzenangebot für Schmetterlinge und deren Raupen anbietet.

Durch umweltfreundliches Bauen mit Öko-Baumaterialien könne man Luftschadstoffe in Innenräumen vermeiden und dadurch gesunder wohnen. Ziemlich unbekömmlich für die Gesundheit sei der Schadstoff-Cocktail von Einrichtungsgegenständen, die uns umgeben – von leicht oder schwer flüchtigen organischen Verbindungen über Formaldehyd und Ozon bis zu Feinstaub und Asbest. Risiken und Nebenwirkungen liegen je nach Material und Nutzung zwischen bedenklich und bedrohlich. Fleißiges Lüften mildert zwar die Belastung, ersetzt aber nie die Vorbeugung, warnt der BN: Bei allen Neubauten, Umgestaltungen und Renovierungen entscheide die Materialwahl für Jahre oder gar Jahrzehnte über unser lufthygienisches Wohl oder Wehe. Besonderes kritisch sollten großflächige Gegenstände wie Bodenbeläge, Wandanstriche und Möbel gecheckt werden, damit diese Produkte keine bedenklichen Stoffe wie bestimmte Flammschutzmittel oder Weichmacher enthalten. Für natürliches Bauen und Wohnen sei man in baubiologischen Fachmärkten am besten aufgehoben, wie sie im „ÖkoPlus- Fachhandelsverbund“ bundesweit zusammenschlossen sind. Zumindest aber sollte man im eigenen Interesse zurückgreifen auf Naturbaustoffe und -Einrichtungsgegenstände mit Prüfsiegel wie den Blauen Engel Perspektiven für die Zukunft oder das internationale Qualitätszeichen für Bau- und Wohnprodukte „natureplus“.

Das Infopaket „umweltgerechtes Bauen“ gibt es beim Bund Naturschutz, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel. 09421/2512, straubing@bund-naturschutz.de. Gegen 5 € als Schein oder Briefmarken oder Vorabüberweisung auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 mit vollständiger Absenderangabe und Stichwort „IP Bauen“ wird es auch gerne zugesandt.

Mit freundlichen Grüssen

Johann Meindorfer