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BN nimmt Stellung ...

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Tier- und Klimaschutz beginnt am Teller: weniger Fleisch, dafür mehr Qualität durch Bioerzeugnisse

Tiertragödien durch tierquälerische Massentierhaltung gelte es Einhalt zu
gebieten, appelliert der Bund Naturschutz (BN) gerade zur Osterzeit an die
Verbraucherschaft. Die Zeit vor Ostern ist die Zeit eines erhöhten Eierkonsums. Daher ruft der BN alle VerbraucherInnen auf, beim Eierkauf auf die Ziffern zu achten, die immer an erster Stelle des Erzeugercodes stehen:
Nur die 0 steht für Eier aus Öko-Landwirtschaft, 1 für Eier aus Freilandhaltung, 2 für Eier aus Bodenhaltung und 3 für Eier aus Käfighaltung. Obwohl die extrem tierquälerische Hühner-Käfighaltung seit Jahresbeginn in Deutschland verboten ist, sind  Käfighaltungseier immer noch im Handel: Die Geflügelhaltung ist der am stärksten industrialisierte Zweig der Landwirtschaft, hier herrscht die Massentierhaltung vor. Es werden noch immer Millionen Eier aus tierquälerischer Massen-Käfighaltung nach Deutschland importiert. Aktuell hat VIER PFOTEN Tierschutz-Missstände in
Legebatterien nahe der italienischen Städte Verona und Forli dokumentiert.
Jede Henne hat nur ein Din A4-Blatt Platz. Natürliches Verhalten ist in
dieser Haltungsform nicht möglich. Es gibt kein Tageslicht, die Hühner
stehen auf Maschendraht und können ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht mausleben. Es gibt weder Legenester, Sitzstangen noch Scharrflächen. Einige Tiere hacken sich trotz gestutzter Schnäbel gegenseitig blutig. Es liegen sogar tote Tiere zwischen den Lebenden

Und auch die im Inland vorgeschriebene Gruppen-Käfighaltung ist nicht „das
Gelbe vom Ei“ für die eingesperrten Tiere, so der BN. Der Umweltverband ruft
die VerbraucherInnen auf, Bio-Eier eines anerkannten Bio-Anbauverbandes zu kaufen. Die konventionelle Eierwirtschaft wird von wenigen großen Firmen
dominiert, diese betreiben ihre eigene Kükenaufzucht und eigene Futtermühlen. Sie lassen Vertragslandwirte Ställe betreiben, deren Eier sie
zentral vermarkten. Einige dieser Firmen unterhalten auch Bio-Abteilungen.
Diese sind ebenso organisiert und produzieren deshalb weitaus billiger als
bäuerliche Bio-Familienbetriebe. Ein Großteil der hierzulande verspeisten
Bio-Eier stammt von genau solchen agrarindustriellen Großbetrieben, die vor
allem Supermärkte und Discounter beliefern. Immerhin müssen sie im
Bio-Sektor die Öko-Mindestanforderungen erfüllen: Öko-Futter statt
Gen-Sojaschrot aus Übersee. Die Ställe haben Tageslicht und Streumaterial
ist auf mindestens einem Drittel der Fläche. Davon können viele konventionelle Legehennen nur träumen. Deren Eier landen oft in der
industriellen Lebensmittelverarbeitung, wo die genaue Herkunft der Zutaten
nicht benannt wird. Die Bio-Anbauverbände Biokreis, Naturland, Bioland,
Demeter, GÄA, Verbund Ökohöfe und Biopark hingegen machen ihren
Eiererzeugern Vorgaben, die teilweise weit über die EU-Öko-Verordnung
hinausgehen. Sie regeln den Auslauf genauer und schreiben Wintergärten vor, damit die Tiere auch bei schlechtem Wetter an die frische Luft kommen. Es gibt Vorgaben für die Aufzucht der Junghennen und die Tiere bekommen zum Picken ganze Körner gestreut. Auch dürfen pro Hektar Betriebsfläche nur 140 statt 230 Hühner gehalten werden, damit nicht zu viel Hühnermist auf die Äcker kommt. Auch bei Fleisch- und Wurstprodukten aus Bio-Erzeugung gilt laut BN, dass alle landwirtschaftlichen Zutaten zertifizierte Bio-Produkte
sein müssen und eine artgerechte Haltung in der umweltverträglichen
Biolandwirtschaft gewährleistet ist.

Im übrigen erspare aber jede Vegetarierin und jeder Vegetarier nicht nur den
Tieren entsprechendes Leiden, sondern auch der Umwelt durch seinen
Fleischverzicht klimaschädliche Emissionen von Methangas, das in der
Nutztierhaltung und der Fleischproduktion entsteht. Wer kein oder weniger
Fleisch isst, spart ebenso Energie in der Nahrungsmittelproduktion ein, da
der direkte Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln energieintensive
„Veredelungsprozesse“ etwa von Getreide in Fleisch vermeidet, die gerade in
der industriellen Massentierhaltung und Nahrungsmittelindustrie oft mit
weiten Transportwegen von Futtermitteln oder auch Fleisch etwa aus
Südamerika nach Deutschland verbunden ist. Vegetarisch Essen mit
Bio-Soja-Würstchen oder Bio-Gemüse und - Getreide sei daher im Sinne von
Mensch und Tier optimal. Und wer Fleisch und Wurst nicht weglassen wolle,
liege bei hochwertigem Bio-Fleisch und Bio-Wurst richtig. Biologisch-vegetarische Ernährung sei neben den gesundheitlichen Vorteilen ein gewichtiger Beitrag zum Klimaschutz, denn die Bio- Landwirtschaft verursacht durch Verzicht von energieintensiv hergestellten Industriedüngern und Spritzmittel sowie durch schonende Bodenbewirtschaftung mit hoher CO2-Bindung im Humus eine deutlich geringere Freisetzung von klimaschädlichen Gasen, und bewahrt Boden und Grundwasser vor
Schadstoffeintrag.

Ein Bio-Infopaket Bio-Fleisch- und -Ei“ gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3,
94315 Straubing, Tel. 09421/2512, Fax 963910, straubing@bund-naturschutz.de für  5 €  als Schein, Briefmarken oder Vorabüberweisung  auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Ei“

Mit freundlichen Grüßen

Johann Meindorfer