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Fahrradsternfahrt und Anforderungen an das Verkehrskonzept für den Donauraum beim Fest an der Donau - VCD & BN wollen ökologisch optimierten Flussausbau und umweltverträgliches Verkehrskonzept für den Donauraum und ganz Ostbayern

19.05.2018

Nach einer Fahrradtour, die auch von Straubing etliche Gäste zum Fest an der Donau am Donnerstag nach Niederalteich mitbrachte, beleuchtete Sprecher des VCD Arbeitskreises Ostbayern und 2. BN-Kreisvorsitzende Johann Meindorfer die Anforderungen an ein Verkehrskonzept für den Donauraum

 

Ein solches war während der Diskussion um die Variante des Donauausbaus seitens der Bayerischen Staatsregierung für den Donauraum zwischen Regensburg und Passau angekündigt worden. Was laut Meindorfer ohnehin zu kurz gedacht wäre. Denn es dürfte sich gerade bezüglich des Bahnausbaus nicht auf den Raum zwischen Regensburg und Passau beschränken. Es müsste ein- und ausbrechende Verkehre schon weit vorher auf die Schiene abfangen. Zumindest dann, wenn es ein ernstzunehmendes Verkehrskonzept, ein ökologisch nachhaltiges hätte werden sollen. „Das war wohl auch nie ernstgemeint von Horst Seehofer,“ so seine Vermutung. Da sehe man am Kämpfen von grossen Teilen der CSU, der Freien Wähler und auch der SPD um den weiteren Fernstrassenausbau: Um die Erweiterung der A 3 auf sechs Spuren. Um die Erweiterung der B 20 auf vier Spuren, deren Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan sie anstrebten. Man pumpte und pumpt Milliarden in den Fernstrassenausbau, auch in die A 94 und B 15 etc. etc., und das allen Notwendigkeiten von Klimaschutz und Flächenressourcenschonung zum Trotz“, kritisierte er heftig.

 

Doch zweifellos müsse ein ökologisch nachhaltiges Verkehrskonzept für Ostbayern her. Als Regionalteil sozusagen einer grundlegenden ökologisch nachhaltigen Verkehrswende, ohne die ein wirksamer Klimaschutz sowie die ausgerufene, aber schon bei vielen Anlässen wieder ausgebremste Energiewende nicht möglich ist. Weil wiederum der Verkehrssektor für rund ein Drittel des Endenergieverbrauchs verantwortlich ist, ebenso für rund ein Drittel der klimagefährlichen Treibhausgase. Deshalb seien die energieeffizientesten, klimaschonendsten und umweltverträglichsten Verkehrsträger und Verkehrsmittel zu stärken. Die Basics als Notwendigkeiten zum wirklichen und wirksamen Gegensteuern im Verkehrssektor lauteten generell: Verkehrsvermeidung im Güter- wie im Personenverkehr, Verkehrsverlagerung von Güter- und Personenverkehr auf die umweltverträglichsten Verkehrsträger, vorrangig die Bahn. Und gezielte Investitionen in die Infrastruktur nur der umweltverträglichsten Verkehrsträger für Güter- und Personenverkehr, vorrangig in die Bahn-Infrastruktur.

 

Für die Region Ostbayern mitsamt dem Donauraum heisse das nicht weniger als das Unterlassen jedes weiteren Fernstrassenausbaus. Stattdessen brauche es den Ausbau und die Stärkung der Bahn und des öffentlichen Personenverkehrs, des ÖPNV, der die nötigen Verästelungen und Zubringerfunktionen zum Bahnverkehr übernimmt.

 

Ein Beispiel für fehlende Verästelungen und Zubringerfunktion sei das mangelde ÖPNV - Angebot der wichtigen touristischen Zielregion Sankt Englmar. Da gebe es ein seit Jahren uneingelöstes Volksfestversprechen des ehemaligen MdB Ernst Hinsken für ein E-Bus-Shuttle-Projekt für den Stadtbusverkehr und die Linie Straubing – Bogen - Sankt Englmar – Viechtach. Das Konzept stehe dem Vernehmen nach, aber es komme nicht in die Gänge, weil genau die Finanzierung des Eigenanteils, der das Geschenk an die Region darstellen soll, nicht gesichert ist. „Da wäre nämlich sein Nachfolger MdB Alois Rainer gefragt. Gerade vor dem Hintergrund, dass er laut derselben Ausgabe des Straubinger Tagblatts mit der Meldung „Doch kein dichterer Takt der Buslinie“ zwei Seiten weiter mit dem Satz zitiert wird: „Haben so viel Geld wie nie“, so Meindorfer und stellte die provokante Frage: „Alles klar, woran und an wem Energie- und Verkehrswende scheitern?“.

 

Übergreifend betrachtet brauche es ein intelligentes ökologisch-soziales Steuersystem, mit dem sich energiesparendes klima- und umweltfreundliches Verhalten aller rentiert und nicht das Verprassen von Ressourcen.