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Soll man sich über die Beschleunigung des schon vielfach nicht eingehaltenen Versprochenen wirklich freuen?

Wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder einen beschleunigten Ausbau der nun gerade 436 Studierenden  um weitere 224 (!) Studienplätze ankündigt, wenn im ganzen Freistaat über
10000 Studienplätze vergeben werden, dann müsste ihn allerdings noch fragen, was der Geiz soll. dass für Straubing nichts Neues, nichts Zusätzliches abfällt

Die Zusage von Ex-Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle im „Ausbaukonzept 3.0 “: Mit diesem Spatenstich werden bis 2019 umfangreiche Baumaßnahmen eingeleitet. Rund 41 Millionen Euro investiert der Freistaat Bayern. Das Studienangebot wird erweitert, bis zu 1000 Studienplätze geschaffen und am Standort Straubing sollen 80 Stellen neu besetzt werden… „Nach dem Ausbaukonzept 3.0 werden wir bis 2019 in Straubing insgesamt 1000 Studienplätze schaffen“ ist längst obsolet.

Ein polit- bzw. CSU-parteistrategisch infam installiertes Ofenrohr ins vor Anziehungs- und Wirtschaftskraft strotzende, aber trotzdem noch gepäppelte oberbayerisch-schwäbische Geldgebirge, das vor sich hin rostet und mit der Silberbronze immer derselben Versprechungen nachlackiert wird.

CSU-Politik heisst offenbar, den Kuchen so zu teilen, dass die anderen mit den Krümeln zufrieden sind.

Und über die wieder mal ankündigte Beschleunigung des schon vielfach nicht eingehaltenen Versprochenen sollen wir Straubinger uns bei jeder Eröffnung des Gäubodenvolksfestes - und zwischendurch auch noch ein paar Mal - freuen?

Für die Universität Augsburg und die Hochschule Augsburg sagte der Ministerpräsident 604 weitere Studienplätze zu, zumal hoher Nachfragedruck an der Uni und an der Hochschule herrsche.

„Augsburg wird zudem künftig Standort einer Ministerialverwaltung und rückt damit auch näher an die Bayerische Staatskanzlei heran“, jubelt dort OB Dr. Kurt Gribl. Riesenpotenzial der Söderschen Verlagerungsoffensive von  Arbeitsplätzen aus den Grossstädten in den ach so allerärmsten ländlichen Raum vollstens erkannt. Beziehungen mutig, kraftvoll ausgespielt.

Ministerpräsident Markus Söder will ja angeblich Arbeitsplätze aus den Grossstädten in den ländlichen Raum verlagern. (Söders ländlicher Raum: das in Sachen Studierendenandrang, Studien- und Behördenarbeitsplätzen und Bahnangebot gut ausgestattete boomende Augsburg und ebenso Ingolstadt und Rosenheim, die beide je 500 Stellen neu kriegen!? Alle nicht gerade als Kleinkäffer verschrieen.

Warum erfolgte die Ansiedlung des neuen Ressourceneffizienz-Zentrums Bayern in Augsburg am Landesamt für Umwelt mit weiteren Standorten in Nürnberg und München und die jüngste Ansiedlung der neuen Landesagentur für Energie und Klimaschutz in Regensburg, während das vielfach bedürftigere Oberzentrum Straubing mitten im ländlichen Raum immer ganz oder fast leer ausgeht?

Hätte es nicht viel mehr Synergien und Bündelung fachlicher Kompetenzen aller unmittelbar
mit den Themen Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Klimaforschung
befassten Einheiten am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing gegeben?

Sachlich und fachlich nicht begründbar, die „Landesentwicklungspolitik“ dieser Staatsregierung.

So bleiben wohl nur noch sachgrundfremde politstrategische Motive für diese Verzerrun­gen der Notwendigkeiten wie der Ankündigungen zu erwägen. Wählerfangstrategie in hoher CSU-Perfektion.

Landesplanerische Benachteiligung der Stadt Straubing ist Dauerzustand bei dieser Staatsregierung.

Und demütigend und beleidigend für uns Straubinger, die das ausbaden müssen, wenn wieder mal das Geld fehlt für ökologischer Notwendigkeiten wie Ausbau des ÖPNV mit durchgehendem Halbstundentakt und einer komplett fahrradfreundlichen und -gerechten Infrastruktur.

Oder für die ökologisch-nachhaltige energetische Gebäudesanierung und Aus- und den Neubau der städtischen Gebäude hin auf die Standards von Energiegewinn-, Aktiv-, Plusenergie- oder zumindest Nullenergie- bzw. Autarkhäuser in innovativer Holzbauweise.

Abstriche an den bestmöglichen ökologisch-nachhaltigen Standards wegen fehlender Finanzmittel gehen immer zu Lasten von Klima und Bevölkerung.

Landesplanerische Vernunft – und Entwicklungsgerechtigkeit: dauernde Fehlanzeige bei der Staatsregierung.

Landesplanerische Entwicklungsgerechtigkeit ist aber grundlegende bzw. zwingende Voraussetzung für sichere Arbeitsplätze, Einkommen und damit gute Lebensbedingungen der Menschen in der Region Straubing.

Es ist sogar ein Gebot landesplanerischer Vernunft – und ein starkes Argument für das Einfordern einer weiteren deutlichen Stärkung des Oberzentrums Straubing -, ohnehin „boomende“, ja  überlastete Metropolregionen bzw. Ballungsräume wie München durch Behörden-Auslagerungen zu entlasten und in solche nicht staatlicherseits weitere hinzuverlagern.

Eine solide im Verhältnis zu den benachbarten Oberzentren gerechte Grundausstattung - Studienplatz- und Behördenausstattung - ist ein gewisses äusserst wichtiges Bollwerk gegen die finanziellen Einbussen bei der Auslagerung industrieller Arbeitsplätze an andere Standorte bzw. ins Ausland.
Viele Industriearbeitsplätze sind ja der desaströsen Willkür grosser privater internationaler stark profitorientierter Konzerne ausgeliefert, wie wir gerade bei Harman Becker erleben müssen.

Der Freistaat muss für echte landesplanerische Verteilungs- und Entwicklungsgerechtigkeit deutlich mehr für und nach Straubing liefern!