Zur Startseite

BN nimmt Stellung ...

  • Übersicht
  • Donauausbau
  • Hochwasser
  • Rettenbach
  • Windenergie SR-BOG

BN-Infostand beim Aktionstag Insekten im Nawareum am 30.05.2026

Viele Gäste besuchten am vergangenen Samstag trotz heißem Badewetter den BN-Infostand der Kreisgruppe beim Aktionstag Insekten im Nawareum in Straubing.

Die Besucher konnten sich über insektenfreundliche Gärten informieren. Welche Zier-, Kräuter- oder Gemüsepflanzen besonders gerne von Insekten besucht werden erläuterten Angela Ramsauer, Roswitha Schanzer und Elisabeth Westenhuber. 

Eine „Insektenbar“ ist mit einem flachen Tonuntersetzer, einigen Steinen und etwas Moos und dann mit Wasser befüllt einfach und schnell gemacht, was den Insekten besonders an so heißen Tagen, wie vergangene Woche sehr hilft. Besonders Kindern macht es Spaß und ist eine gute Möglichkeit, einerseits kreativ zu sein, andererseits verschiedenste Insekten auch aus der Nähe gut beobachten zu können.

Angela Ramsauer hatte verschiedenste Samen und Pflanzen dabei, die sich die Besucher mit nach Hause nehmen konnten. Sie plädierte dabei an jeden die Samenstände über den Winter stehen zu lassen. Einerseits können sich die Stauden dann selber weiter versamen, andererseits sind sie für hier überwinternde Vögel noch eine Nahrungsquelle und nicht zuletzt zieren sie den winterlichen Garten vor allem bei Raureif. Auch ermunterte sie die Besucher Samen oder Pflanzen mit Nachbarn und allen Garteninteressierten zu teilen, um somit nektarreiche Pflanzen weiter zu verbreiten.

Naturnahe und somit auch insekten- und vogelfreundliche Gärten sind kein Hexenwerk, es braucht nur etwas Mut und andere Blickwinkel.

Naturnahe Gärten zeichnen sich durch heimische Stauden mit ungefüllten Blüten und Strukturreichtum aus. Die meisten „exotischen“ Stauden halten keine Nahrung für unsere Insekten bereit. Ohne Insekten keine Vögel, keine Igel, keine Fledermäuse.

Wer freut sich nicht über den Anblick eines bunt schillernden Schmetterlings? Die Raupen jedoch, werden häufig als Schädlinge wahrgenommen. Aber ohne Raupe und deren Nahrungsgrundlage, kein Falter. Hier müssen wir ordnungsliebende Menschen umdenken und die Kategorisierung in Schädling/Nützling oder Nutzpflanze und Unkraut aufgeben.

In den „wilden“ Ecken dürfen auch heimische Kräuter wie z. B. Brennesseln stehen bleiben, denn nicht nur Nektar ist für die Insekten wichtig auch Blätter und Stängel dienen den Raupen des Tagpfauenauges oder des kleinen Fuchses als Nahrung und ohne Raupen keine Schmetterlinge. Totholz ist ein fabelhafter Unterschlupf und Nahrung für viele Käferarten.

Wir sollten unser Ästhetikempfinden hinterfragen, denn ein scheinbar „sauberer“, gepflegter Rasen und ordentliche Beete sind sehr pflegeaufwendig, womöglich auch noch unter Mineraldünger-, Herbizid- oder Pestizideinsatz und dann letztendlich tot. 
Rasenmäherroboter können Igeln sehr starke Verletzungen zufügen und Erdkröten oder Grasfrösche töten. Wollen wir so einen Garten?
Wie viel lebendiger ist ein Garten mit Hummelsummen und Vogelgezwitscher. Freuen wir uns, wenn wir in der Abenddämmerung Igel oder Erdkröten entdecken können. Oder wer vergisst eine laue Sommernacht in der die Glühwürmchen fliegen? 
Dazu braucht ein Garten in unserer menschlichen Betrachtungsweise etwas Unordnung. Versuchen wir unsere Sehgewohnheiten zu ändern, denn auch ein kleines unscheinbares (Un-) Kraut kann wunderhübsch blühen, wir müssen nur etwas genauer hinschauen. Etwas Mut zur Unordnung und das Leben tobt.

Welche Insektenhotels geeignet sind und wie sie gebaut sein sollten erläuterten Andreas Molz und Tobias Westenhuber.

Schlecht investiert hat sein Geld, wer sich ein sogenanntes Insektenhotel vermeintlich sehr günstig kauft, wie man sie in Baumärkten oder Gartencentern erwerben kann. In der Gewissheit etwas Gutes für unsere heimische Insektenwelt zu tun, wird man enttäuscht, da diese keine geeigneten Brutnischen für Wildbienen enthalten. Ungeeignet sind Füllmaterialien, wie Kiefernzapfen, Sägespäne, Holzrinde, ausgefranste Schilfröhrchen, zu große oder unsauber gebohrte Löcher im Weichholz.
Ein Wildbienenhotel, wie man es besser machen kann, war am Stand auch zu sehen. Die wichtigsten Regeln für Brutröhren für Wildbienen sind: Harthölzer zu verwenden, wie z.B. Eiche, Obstgehölze oder andere Laubbaumhölzer mit mindestens einer Stärke von mindestens 10 cm Tiefe. Die Bohrlöcher zwischen 3 und 8 mm Durchmesser sollten die gesamte Bohrerlänge tief sein. Mit einem scharfen Holzbohrer gelingt die Bohrung splitterfrei und sauber. Dabei kann sowohl ins Hirnholz als auch quer zur Faser gearbeitet werden. Es können Schilfröhrchen oder Kartonröhrchen in die Fächer eingelegt werden, welche aber nach einigen Jahren ersetzt werden sollten. Optimal ist, wenn noch ein engmaschiges Drahtgitter darüber getackert ist, um die Brut vor hungrigen Vögeln zu schützen. 
Eine ausführliche Bauanleitung für eine Hummelburg gibt es auf der Homepage des BN. 
Doch das Beste Insektenhotel, oder die Beste Hummelburg hilft nichts und werden nicht belebt, wenn der Garten „steril“ ist. 

Eine weitere Möglichkeit Wildbienen zu fördern, ist die Anlage eines Sandariums, da ca. 80% der Wildbienen ihre Brutröhren im Boden graben. Hier können auch Totholzstämme, Wurzelstöcke und größere Steine eingearbeitet werden, welche dann auch Versteckmöglichkeiten für Eidechsen bieten.

Ein naturnaher Garten braucht etwas Mut zur Unordnung, ist dafür aber voller Leben. Man muss sich nur darauf einlassen und dann ist er nicht nur eine Oase für viele Insekten sondern ebenso für uns Menschen. Lieber etwas fauler sein beim Aufräumen, mehr Zeit zum Beobachten und Abschalten. 


BN besucht Stadtgärtnerei Straubing

Groß war das Interesse am Besuch der Stadtgärtnerei, zu dem die BN-Kreisgruppe Straubing-Bogen eingeladen hatte. Gärtnermeister Jörg Mildenberger (2. von links) erklärte die Ziele und Hintergründe zur Anzucht und Erhaltung autochthoner, d.h. gebietsheimischer Pflanzen auf den Flächen unterhalb der Peterskirche. Das Projekt ist mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und in Fachkreisen hoch angesehen.

Begonnen hatte alles Mitte der 1980er-Jahre mit dem Donauausbau in der Öberauer Schleife, wo viele wertvolle Bestände verlorengingen. Lokal wurden Samen gesammelt, und seitdem vermehrt die Stadtgärtnerei seltene und hochbedrohte Pflanzenarten u.a. für die Artenhilfsprogramme Niederbayern und Oberpfalz, für den Naturpark Bayerischer Wald, mehrere Landschaftspflegeverbände, aber auch für Ausgleichsmaßnahmen der Deutschen Bahn. Derzeit befinden sich rund 300 Arten von über 500 Standorten auf den Anzuchtbeeten. Eine größere Saatgutübertragung erfolgte kürzlich aus der Gollau zur Anlage einer Streuobstwiese in Ittling.

Jörg Mildenberger gab aber auch einen Einblick in die Gewächshäuser und zu den verschiedenen Abteilungen der Stadtgärtnerei, die nicht nur die bunten Schmuckpflanzungen und die Bäume im Stadtgebiet pflegen, sondern z.B. auch über 50 Spielplätze, 20 Brunnen und rund 200 Pflanztröge. Mit Kaffee und Kuchen und angeregter Unterhaltung über die interessanten Informationen klang der Nachmittag aus.


Führung durch das Perlbachtal bei Mitterfels am 24.04.24


Naturschutzerfolge am Allachbach

Das Projekt „Auf Straubings grünen Wegen“ hat nicht nur die wichtige innerstädtische Radwegeverbindung entlang des Allachbachs aufgewertet, sondern auch wesentliche Verbesserungen für die Gewässerökologie sowie für Flora und Fauna bewirkt. Davon konnten sich Mitglieder und Gäste der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe bei einer Radtour vom Klinikum bis Alburg eindrucksvoll überzeugen. Die Renaturierung des um 1900 begradigten und versteinten Bachlaufs begann aber bereits in den 1980-Jahren, so Jürgen Englisch vom Umweltamt, der zusammen mit Eva-Maria-Schwarzbauer vom Tiefbauamt, Abt. Grün- und Freiflächen, die Führung leitete. In zahlreichen Einzelmaßnahmen wurden Stück für Stück Bachabschnitte vom Steinkorsett befreit und naturnah gestaltet mit wechselnden Sohlbreiten und Böschungsneigungen. Eingebrachte Wurzelstöcke, Störsteine und Buhnen bewirken unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und dienen als Unterstand für Fische. Diese Renaturierungen waren nicht Selbstzweck, sondern konnten nur in Verbindung mit anderen Baumaßnahmen, wie Neugestaltung von Straßen und Wegen oder Baulandentwicklung umgesetzt werden. Eine Schwierigkeit stellt der in der Innenstadt begrenzte Platz dar, daher gilt es, mit anderen wichtigen Belangen wie Wegen, Aufenthaltsbereichen, querenden Kanälen oder Hochwasserschutz Kompromisse zu finden.

Oberhalb von Alburg konnten größere Flächen durch die Stadt erworben und so ein vielfältiges Mosaik mit bachbegleitenden Gehölzen, Feucht- und Wiesenflächen angelegt werden. Das auf die unterschiedlichen Ansprüche seltener Tier- und Pflanzenarten abgestimmte Pflege- und Mahdregime stellt dabei eine logistische Herausforderung dar. Durch Bodenabtrag wurden Retentionsflächen zum Hochwasserrückhalt geschaffen. Ein Schlammfang, der Bodeneintrag aus oberliegenden landwirtschaftlichen Flächen zurückhält, bewirkt auch, dass der Bach im Stadtbereich nun klarer und sauberer ist.

Info: Am Freitag, 6. Oktober findet eine weitere Radtour mit Jürgen Englisch statt zum Thema „Naturschutzerfolge und aktuelle Maßnahmen im Eglseer Moos“, Treffpunkt um 16:00 Uhr am Friedhofparkplatz, Friedhofstraße SR.


Radltour zu Zukunftsbäumen

Exkursion mit Jürgen Englisch: Stadtgrün im Zeichen des Klimawandels

 

Stadtbäume müssen oft mit geringem Standraum, Bodenversiegelung und -verdichtung, ungünstigem Kleinklima und auch Streusalz zurechtkommen. Sie haben daher einen schwierigen Stand. Der Klimawandel mit zunehmender Hitze und Trockenheit verstärkt dies zusätzlich. Bei einer Radltour im Rahmen des Veranstaltungsprogramms 2022 zeigte Jürgen Englisch von der unteren Naturschutzbehörde Straßen- und Parkbäume im Stadtgebiet, die mit dem Klimawandel zurechtkommen.

 

Anlage: Pressebericht Straubinger Tagblatt vom 25.10.2022

02.11.2022