BN zieht gemischte Bilanz 2025: unverkennbaren umweltpolitischen Rollback gilt es aufzuhalten
Finanzknappheit behindert Landschaftspflege, Grundstücksankauf sowie anständiges Bahn- und Busangebot - viele umwelt- und gesundheitsbewusste VerbraucherInnen am Ökomarkt bei Justland
Dieses Jahr begann mit der schlechten Nachricht, dass die Mittel für die Landschaftspflege und den Ankauf von Grundstücken außerhalb von Mooren gestoppt waren. Auch ein Förderantrag für den Ankauf von zwei Waldgrundstücken beim Brandmoos mit staatlicher Förderung war dadurch hinfällig. Durch landesweite Proteste, auch bei uns und gerade durch unseren Landschaftspflegeverband, konnte die Regierung dazu bewegt werden, gerade genug Geld bereit zu stellen, um die wichtigsten Maßnahmen, vor allem die nötigsten Wiesenmahden durchzuführen. Die Fördersumme war aber nur in Höhe von 46 % des Vorjahres, auch für 2026 ist nicht mit ausreichend Geld zu rechnen.
Das Problem dabei ist, dass auf Dauer wieder mehr Pflege durch Mahd nötig sein wird, um seltene Arten zu erhalten, außerdem haben sich Landwirte spezialisiert und sind auf die Einnahmen angewiesen. Da wird am falschen Fleck gespart. Die Finanzknappheit ver- und behindert Landschaftspflege sowie, Grundstücksankäufe massiv.
Im Frühjahr waren wir mit unseren Aktiven auf der von uns betreuten Donauinsel bei Entau und haben im besonders geschützten Weiden-Auwald die invasiven Arten Staudenknöterich und Eschenahorn bekämpft.
Anfang Juli fand wieder der traditionelle Ökomarkt auf den Gelände von Justland statt, mit unserem Stand mit der Tombola und heuer einem Kinderprogramm.
Mitte August wurde unsere Geschäftsstelle von einem Wasserschaden getroffen, bei dem besonders unser Lager für die Tombola betroffen war, zum Glück erst hinterher.
Weil uns der Landesverband aus einer Erbschaft unterstützte, konnten wir die beiden Waldgrundstücke beim Großfeld doch noch ankaufen und im Herbst gleich die Fichten einschlagen. Mit unseren Aktiven haben wir einen nassen Bereich mit Torfmoosen von Ästen befreien. Angrenzend an die neue Wiese auf dem Großfeld soll ein weiterer Teil im Frühjahr gerodet werden um diese auszuweiten, auf der restlichen Fläche haben wir im Herbst schon mit der Wieder-Aufforstung begonnen.
Im Herbst wurde noch eine größere Stellungnahme zur Neufassung des Regionalplans Donau-Wald abgegeben, bei dem Flächen für Windenergie geplant wurden. Diese Planungen sehen wir gerade um den Hirschenstein sehr kritisch.
Zum Jahresausklang erschreckte uns noch die Meldung, dass an der Donau bei Waltendorf ein Hafen für 150 Motorboote gebaut werden soll. Das müssen wir unbedingt verhindert, weil dadurch viel mehr Motorboote den Lebensraum für Fische und Vögel und den Erholungsraum für uns Menschen beeinträchtigen würden.
Zu den wenigen positiven Zeichen zählt man das Bekenntnis von OB Markus Pannermayr und Stadtrat zum Vorrang des energie- und flächensparenden Geschosswohnungsbaus vor grossflächige Einfamilienhausgebiete
Erfreulich ist , dass dagegen niemand aus den Stadtratsfrak tionen total opponiert hat, wie es noch vor einigen Jahren etwa bei einem geplanten Hotelgebäude an der Ittlinger Strasse der Fall war, wo der ökologisch wertvolle Baumbestand gerodet ist, die wegen Verweigerung einer angemessenen Höhenentwicklung die ehemals bebauten Fläche jedoch immer noch brachliegt.
Der traditionelle Ökomarkt auf dem Gelände Biogärtnerei Justland an der Donaugasse zog wieder viele umwelt- und gesundheitsbewusste VerbraucherInnen an, freut sich die gesamte BN-Vorstandschaft, die seit 2024 für die ehrenamtlichen und gemeinnützigen Aktivitäten der BN-Kreisgruppe Straubing-Bogen steht.
Auch weil die Finanzmittelausstattung der Bundes- und Landesebene keinen Halbstundentakt im Bahn-Fernverkehr sowie im Bahn-Regionalverkehr als Mindest-Grundangebot erlaubt, wie Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter jüngst wissen liess, stocke die Verkehrswende vor Ort.
Angesichts des knappen Haushalts sähen die örtlich politisch Verantwortlichen keinen Spielraum für einen nötigen ÖPNV-Ausbau für ihre BürgerInnen.

Nach wie vor komme der Einsatz von Recyclingbaustoffen trotz rechtlicher Vorgaben nur sehr zäh und schleppend voran, obwohl der BUND Naturschutz sogar mehrere Veranstaltungen für städtische Entscheider ausrichtete und entsprechende Zusagen zur Umsetzung erhalten hatte.
So ergab nach dem Ostbayerischen Recyclingbaustoff-Aufschlag 2023 im Rittersaal die Besichtigung der Bauschuttrecyclinganlage Agendorf im Oktober 2025 immer noch viele unausgeschöpfte Einsatzpotentiale für Recyclingbaustoffe.
Mangelnde Erfüllung der Vorbildfunktion von Staat und der gesamten öffentlichen Hand konstatiert Meindorfer auch in weiteren Bereichen: in keiner Gemeinde seien Beschaffung und Verpflegung für Schulen, Kitas und Sozialeinrichtungen umfassend auf gesunde qualitätsvolle faire Bio-Lebensmittel, -Getränke und -Textilien aus dem ökologischen Landbau umgestellt.
Ein Lichtblick sei, dass nun sechs städtische Kindertageseinrichtungen künftig mit 25 % Bio-Produkten beliefert werden.
Caterer aus der Umgebung müssten in Zeiten einer völlig aus dem Ruder laufenden katastrophalen Klima- und Biodiversitätskrise ihr Angebot und ihre Geschäftsmodelle den ökologischen und rechtlichen Erfordernissen anpassen, damit sie auch zum Zuge kommen können, so die BN-Kreisvorsitzenden Molz und Meindorfer.
Ein umweltpolitischer Rollback auf Bundes- wie auf Landesebene sei unverkennbar, am Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen als Voraussetzung für Lebensqualität für alle führe aber kein vernünftiger Weg vorbei.
Den wollen sie jedoch mit beharrlichem Einfordern der ökologischen Notwendigkeiten weitergehen und sich dem zukunftsfeindlichen Rollback entgegenstellen. Den gelte es um der Kinder und Enkelkinder willen aufzuhalten.





