BUND Naturschutz sagt Donau-Schifffahrt wegen Niedrigwasser ab
Auf den meisten Flüssen Europas sind wegen der Auswirkungen der Erderhitzung aktuell die
Wasserstände so niedrig, dass kaum noch Schifffahrt möglich ist. Davon ist leider auch die Kultur-
und Erlebnis-Schifffahrt auf der niederbayerischen Donau, die der BUND Naturschutz für den 11.
Oktober von Vilshofen nach Straubing geplant hat, betroffen.
„Es tut uns leid, dass wir die Donau-Schifffahrt wegen des niedrigen Wasserstandes absagen
müssen. Grund für die niedrigen Pegel in ganz Deutschland ist die Klimakrise und die damit
verbundene Dürrephase in diesem Sommer, die immer noch anhält“, erklärt Hubert Weiger,
Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz und langjährig im Einsatz für die frei fließende Donau.
Weiger hätte die Fahrt mit Erläuterungen zur Ökologie des frei fließenden Flusses, zu den
Ausbauplanungen und zum Hochwasserschutz begleitet.
Die aktuelle Prognose für die nächsten Tage sagt für den Pegel in Pfelling einen Wert von 20 cm
unter dem jemals gemessenen niedrigsten Wert voraus, das gleiche gilt für Hofkirchen. Aktuell hat
die Schifffahrtsstraße hier eine Tiefe von 1,4 Meter. „Das ist zwar noch etwas mehr als am
Mittelrhein mit aktuell knapp 1,2 Meter, aber für eine sichere Fahrt reicht das hier wie dort für die
meisten Schiffe nicht mehr aus“, so Weiger weiter.
„Die wirtschaftlichen Schäden und Risiken durch die Klimakrise in der Schifffahrt, der
Landwirtschaft, in der Wasserwirtschaft, für die Gesundheit und in anderen Bereichen sind
eindeutig sichtbar. Was völlig fehlt, ist entschlossenes Handeln auf allen Ebenen für den
Klimaschutz“, kritisiert Weiger die Bundesregierung und die Bayerische Staatsregierung
Der BUND Naturschutz warnt davor zu versuchen, die Klimakrise in den Flüssen einfach
wegzubaggern. Angesichts geringer Niederschläge einerseits und Starkregenereignissen
andererseits kann nur der großflächige natürliche Rückhalt von Wasser im Boden und der
Landschaft sowie die Renaturierung von Flüssen und Auen den Krisensituationen entgegenwirken.
Mit flachgehenden Schiffen und einem Ausweichen auf die Bahn kann sich die Schiffahrt zudem
selbst anpassen.
Der BUND Naturschutz geht nun an die Rückabwicklung der Fahrt, deren Planung bereits vor fast
einem Jahr begonnen hat. „Wir haben den Verkauf gestoppt, die bereits gekauften Tickets werden
von dort zurückerstattet, wo sie gekauft wurden“, erklärt Irene Weinberger-Dalhof, bei der die
organisatorischen Fäden für die Fahrt in der BN-Geschäftsstelle in Deggendorf zusammenlaufen.
„Wir bedauern die Absage sehr. Es ist das erste Mal, seitdem der BN die Donauschifffahrt
veranstaltet, also seit gut 25 Jahren, dass sie aufgrund von Niedrigwasser abgesagt werden muss.“
Der Effekt der Erdererhitzung auf die Donau, ihr Einzugsgebiet und allgemein auf den
Wasserhaushalt wird auch Thema des kommenden Donaukongresses sein, den der BUND
Naturschutz am 28. und 29. November in Niederalteich veranstaltet. Dabei werden auch die damit
verbundenen Probleme für die Trinkwasserversorgung, die Landwirtschaft und weitere Bereiche
sowie Lösungsmöglichkeiten vorgestellt.
Das Niedrigwasser in der Donau wie hier zwischen Deggendorf und Metten zwingt den BUND
Naturschutz, die am 11.10.2026 geplante Kultur- und Erlebnisschifffahrt leider absagen zu müssen.
Die Karten werden von dort zurückerstattet, wo sie gekauft wurden.
Mit freundlichen Grüßen,
Hubert Weiger
BUND Naturschutz in Bayern e.V., Ehrenvorsitzender
Georg Kestel
BUND Naturschutz in Bayern e.V., Vorsitzender Kreisgruppe Deggendorf
Rückfragen an:
Irene Weinberger-Dalhof, BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Projektleiterin Gemeinschaftsprojekt „Frei fließende Donau“ Kreisgruppe Deggendorf mit
Landesverband
Amanstraße 21, 94469 Deggendorf, Tel.: 0991-32555
Email: deggendorf@bund-naturschutz.de, Internetseite: deggendorf.bund-naturschutz.de









