Pilotprojekt zeigt Wirkung
Infofahrt des BUND-Naturschutz nach Unterrödel/Hilpoltstein
Bei schönstem Herbstwetter fand am 16. Oktober die Exkursion zum Pilotprojekt des Bund Naturschutz in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Verkehrsministerium nach Unterrödel bei Hilpoltstein statt. Mit weniger Aufwand und Kosten eine gute Lösung für alle Beteiligten zu erzielen, davon konnten sich Mitglieder des Bund Naturschutz der Kreisgruppen Regensburg und Straubing und Betroffene aus Obertraubling, Alburg und Geiselhöring vor Ort überzeugen. Auch ein Aufnahmeteam des Bayerischen Fernsehens war mit von der Partie um darüber zu berichten.
Dafür nahm sich Gernot Hartwig, Sprecher des BN-Landesarbeitskreis Mobilität und Verkehr, über zwei Stunden Zeit, um das bayernweit beachtete Projekt einer verkehrsberuhigten Ortsdurchfahrt detailliert vorzustellen. Die Chronologie von der Entstehung bis zum Ergebnis zeigt klar, dass alle Beteiligten, also Politik, Planer, Naturschützer und vor allem die betroffene Bevölkerung vor Ort sich Zeit genommen haben, dieses Projekt so umzusetzen, dass am Ende die Ortsdurchfahrt so umgestaltet wurde, dass die Belastung für die Anlieger sinkt und die Lebensqualität vor Ort steigt.
Dazu wurde auch die „gerettete Weiher- und Wiesenlandschaft“ am Ortsrand besichtigt, die durch den Bau einer fast 2 km langen Umgehung weitestgehend zer- und gestört worden wäre. Bei einem zufälligen Gespräch mit einem Teichbesitzer wurden die Erläuterungen von Gernot Hartwig bestätigt. „Die Umgehung wäre quer durch unsere Fischteiche geplant worden und über den Bachlauf ein Brückenbauwerk mit großen Aufschüttungen entstanden, sodass wir hier nichts mehr machen hätten können“, erläuterte der Landwirt. Mit der ausgebauten Ortsdurchfahrt sei nun dieser Naherholungsbereich für Mensch und Tier erhalten und vom Verkehrslärm verschont geblieben.
Seit Mai 2023 ist die Ortsdurchfahrt Unterrödel fertig und man kann die Verbesserungen an der Staatsstraße St2225 sehen und „erleben“. In Unterrödel entstanden breite Fuß- und Radwege, schmälere Fahrbahnen, Querungshilfen und neu gestaltete Plätze. So wurde beispielsweise die ursprünglich direkt an der St2225 befindliche Bushaltestelle in eine Grünanlage versetzt, so dass der Bus beim Halt nicht mehr die Ortsdurchfahrt blockiert, sondern seitlich abbiegen muss. Dort befindet sich nun das Wartehäuschen unter schattigen Bäumen, ein großer Vorteil an heißen Tagen und zudem ist eine Gefahrenstelle für die Fahrgäste auf diese Weise beseitigt worden. Direkt daneben wurde eine Bedarfsampel eingerichtet, somit kann die Staatsstraße gefahrlos überquert werden. Großen Anteil an der Verminderung der Durchgangsgeschwindigkeit haben die ungewöhnlich großen Fahrbahnteiler an den Ortseingängen. Durch ihre Kurvenradien sorgen sie dafür, dass alle Fahrzeuge auf 40 km/h runterbremsen müssen, wenn sie nach Unterrödel einfahren. Flüsterasphalt sowie einem stationären Blitzer sorgen zudem für gleichmäßig langsameres Fahren, weniger Verkehrslärm und Abgase - also spürbar mehr Lebensqualität der Menschen im Ort.
Unterrödel zählt zu den wenigen Orten in Bayern, in denen eine umfassende Verkehrsberuhigung als Alternative zu einer Ortsumfahrung umgesetzt wurde. Dies wäre auch für die Ortsdurchfahrt Geiselhöring und vor allem den Ortsteil Hirschling eine Alternative zur Umgehung Haindling-Nord.
Schade, dass niemand von den politisch Verantwortlichen bei der Fahrt dabei war um sich „beim Blick über den Tellerrand“ über funktionierende Alternativen zu informieren.
Informationen zur Planung und Bau der Ortsdurchfahrt Unterrödel unter
https://info-hip.de/unterroedel/
roth.bund-naturschutz.de/ortsdurchfahrt-unterroedel
Angela Ramsauer













