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„Aufgeben ist keine Option!

IG Haindling-Nord NEIN, BUND Naturschutz sowie Bündnis aus Bürgern und Gewerbe lehnen Bau der Umgehung ab -

„Wir fordern die Einstellung der Planungen zur Umgehung Haindling-Nord im Bereich Geiselhöring-Hirschling“, so lautete der zentrale Satz in den Anträgen der Stadtratsfraktionen von FREIEN WÄHLER und der SPD. Mit 13:8 Stimmen lehnte der Stadtrat die Umgehung Haindling-Nord ab.  Die Gewerbetreibenden von Geiselhöring haben sich mittlerweile schriftlich an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gewandt.

Mitglieder der Interessengemeinschaft „Haindling-Nord NEIN“ (IG), der Kreisgruppe des Bund Naturschutz Straubing-Bogen, Anwohner und betroffene Grundstückseigentümer fanden sich am vergangenen Wochenende vor dem Anwesen Bösl zwischen Geiselhöring und Haindling ein, um klarzumachen, dass sie keineswegs aufgeben.

Mit einem Banner des BUND Naturschutz zur Aktion „Hände weg von der Natur“ zeigten sie deutlich, dass die Hangleite am Haindlinger Berg nicht nur irgendein „Bewuchs“ ist, sondern gerade jetzt in Zeiten von Klimakrise und Hitzerekorden ein wertvoller Biotopverbund und Klimawald, der "keinesfalls einer vollkommen aus der Zeit gefallenen „Monstertrasse“ zum Opfer fallen soll", bekräftigt Andreas Molz, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz. „Wer so etwas immer noch fordert, verbaut die Zukunft unserer Kinder und Enkel“, so Josef Schweinböck (IG). 

Staatsregierung streicht Ausbauplan für Staatsstraßen zusammen

Völliges Unverständnis herrscht bei den anwesenden Teilnehmern, dass gerade in der derzeit kritischen wirtschaftlichen und weltpolitischen Lage noch immer ein Millionenprojekt wie „Haindling-Nord“ allen Ernstes weiterverfolgt wird.

„Selbst die bayerische Staatsregierung hat den alten Ausbauplan für Staatstraßen mittlerweile stark zusammengestrichen“, so Joseph Bachhuber von der IG, „von ursprünglich 666 Projekten sollen nur noch rund 149 weiterverfolgt werden“. Ausschlaggebend für die Streichungen waren vor allem vier Kriterien: stärkere Gewichtung von Klima-, Natur- und Flächenschutz, Nutzen- und Kostenabwägung und Realisierbarkeit, Finanzielle Grenzen des Freistaates und Fokus auf bestehende Infrastruktur statt Neubau.

Vor allem die beiden letzten Punkte haben es in sich: der Freistaat Bayern gesteht mittlerweile ein, dass die Umsetzung aller alten Projekte kaum finanzierbar sei, da Staatstraßen überwiegend aus dem Landeshaushalt bezahlt werden. Deshalb wird zukünftig ein größerer Teil der Mittel in Erhalt und Sanierung vorhandener Straßen und Brücken investiert statt in Neubauten. Die neue Linie der Staatsregierung setzt daneben auch auf sichere Radwege und alternative Mobilitätsangebote wie die Bahn.

In weiteren Kriterien sehen die Mitglieder der IG sich ebenfalls bestätigt, denn auch Projektakzeptanz, Realisierbarkeit und Flächenverbrauch stehen im Fokus des Verkehrsministeriums. Die Gewichtung zur Ausbauentscheidung habe sich geändert, laut Staatsregierung reicht ein hohes Verkehrsaufkommen allein vielfach nicht mehr aus, wenn ökologische Eingriffe groß und die Kosten hoch sind, bestätigte Angela Ramsauer, die sich intensiv mit der innerörtlichen Verkehrsproblematik beschäftigt hat und andere Lösungen sieht.

Der entscheidende Unterschied ist, dass der Durchgangsverkehr nicht mehr automatisch ein ausreichendes Argument für Neubau sei, sondern durchaus gefragt wird, ob der Nutzen den Eingriff rechtfertigt und ob Alternativen existieren. 

„Dringend notwendig ist zunächst eine bedarfsgerechte Sanierung der Ortsdurchfahrten Geiselhöring und Hirschling ergänzt durch kommunale Verkehrsberuhigungsmaßnahmen“, so Christian Ertl von der IG.