Erhalt der Versickerungsfähigkeit Schlüssel für schonenden Umgang mit den Wasserressourcen
Regenwassernutzungsanlagen für Dachflächenwasser müssen für Neubauten obligatorisch werden
Wassersparen in grossem Stil durch Umstellung des Papierbedarfes auf Recyclingpapier aus 100 % Altpapier
Seit über einem Jahr kein Einlenken der Staatsregierung zu vorbildhaft-umweltverträglicher Beschaffungspraxis in Bayern
Nachdem viele Institutionen wie Landkreistag oder Stadt München zum Wassersparen aufrufen, ergänzt der BUND Naturschutz diesen Appell an die Verbraucher um versteckte Wassersparpotentiale und mahnt stringente Vorgaben an alle Stellen und alle Akteure der öffentlichen Hand an.
Die Herstellung von Recyclingpapier aus 100 % Altpapier etwa spart gegenüber Primärfaserpapier spart im Schnitt 68 Prozent Energie, bis zu 78 Prozent Wasser und bis zu 87 Prozent Abwasserbelastung und mindestens 15-42 % CO2.


„Da schlummern aber unzählige Ressourcen- und Energieeinsparmöglichkeiten zum Erreichen der Biodiversitäts-, Energiewende- und Klimaschutzziele, die selbst bei höchst relevanten Papiergrossverbrauchern noch nicht ausreichend bekannt und ins Bewusstsein eingeflossen sind.
„Und die müssen vollständig ausgeschöpft werden,“ so Johann Meindorfer,
Straubings zweiter BN-Kreisvorsitzender und stellvertretender Sprecher BN-Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft / Ressourcenschonung.
Wasser,- Energie- und Ressourcenverschwendung sei umwelt- und sozialschädlich und von der öffentlichen Hand schlicht nicht hinnehmbar.
Er hatte sich vor über einem Jahr in einem Schreiben neben Ministerpräsident Dr. Markus Söder an die FW-Staatsminister Thorsten Glauber und Hubert Aiwanger gewandt: Sie müsste dafür sorgen, dass für die gesamte öffentliche Hand durchgängig die bestmögliche und vollumfängliche vorbildhaft-umweltverträgliche Beschaffungspraxis ausdrücklich verpflichtend festgeschrieben und vorgegeben wird..
Hier geht es darum, dass die Staatsregierung sich bislang scheut, alle Akteure der gesamten mittelbaren Staatsverwaltung zu einer durchgängig ökologisch nachhaltigen Beschaffungs-, Mobilitäts- und Veranstaltungspraxis in die Pflicht zu nehmen.
Zur mittelbaren Staatsverwaltung gehören etwa öffentlich-rechtliche Sozialversicherungsträger, Sparkassen und sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Der BUND fordert von der gesamten öffentlichen Hand bestmögliche und vollumfängliche vorbildhaft-umweltverträgliche Beschaffungspraxis.
Die Umstellung des Papierbedarfes auf Recyclingpapier aus 100 % Altpapier sei ebenso ein Schlüssel für den schonenden Umgang mit den Wasserressourcen wie Erhalt und Wiederherstellung der Versickerungsfähigkeit von Freiflächen.
Das gelte auch vor Ort in Straubing.
Dass bei den Bäumen auf der Nordseite der Wittelsbacherhöhe bei Ausweisung als Gehweg für Radfahrer frei wenige Zentimeter Flächen entsiegelt werden, stehe in krassem Missverhältnis zu dem hohen nicht nur finanziellen, sondern auch personellen und materiellen Ressourcenaufwand bei Herausreissen und Wiedereinbetonierung der Einfassungen der Baumscheiben.


Diese Marginalentsiegelung sei mit den grossflächigen Asphaltversiegelungen mit der Wendeplatte auf der Laga-Wiese für die Eisstadion-Anbauten oder des Viktualienmarkts sowie den geduldeten laufend neu entstehenden illegalen Schottergärten ins Verhältnis zu setzen



Da wäre mit wasserdurchlässiger Bauweise und Gestaltung der Stellplätze viel mehr an Versickerungsfähigkeit zu erhalten und erzielen gewesen, sagt Meindorfer.
Als zwingendes Ausgleichserfordernis zum Schutz des Schutzgutes Wasser sieht der BN auch den obligatorischen Zubau von Regenwassernutzungsanlagen für das anfallende Dachflächenwasser an. Bei Neu- oder Wiederbebauung müsse dies zur Gefahrenabwehr und Schadensvermeidung sowie der Umsetzung des Vorsorge- und des Verursacherprinzips Standard werden. Die jüngsten Hochwasserkatastrophen sollten dies allen vor Augen geführt haben.








