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Pressemitteilungen 2019

BN nimmt Stellung ...

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Ausstieg aus der tierquälerischen Massentierhaltung und im Gefolge aus den Massenschlachtanlagen dringendst geboten Billigfleisch, Tier -und Menschenwohl gibt es nicht gleichzeitig Geflügelgrossschlächtereien systemrelevant? Ja, für ein völlig unnötiges

Die bekannten Missstände und Auswüchse der konventionellen agrarindustriellen Intensivlandwirtschaft einschliesslich der Intensivtierhaltung sind vielfach dokumentiert und gerichtlich bestätigt worden. Und sie sind schäbig und höchstgradig verwerflich.

Nun hat es hunderte Beschäftigte getroffen. Enges Wohnen und prekäres Arbeiten begünstigt Ansteckungen mit Covid19. Frisch belegt in Schlachtbetrieben in Bogen ,Coesfeld, bei Recklinghausen,in Bad Brasstet etc. etc.

Nicht ohne Grund sind Schlachthöfe zu Hotspots der Pandemie geworden. Corona offenbart einmal mehr die Schattenseiten der Fleischindustrie: Zehntausende Werkverträgler aus Südosteuropa halten die Produktion hierzulande am Laufen. Sie schuften oft zu Niedriglöhnen und müssen teils in beengten Sammelunterkünften hausen.

 

Die prekären Arbeitsbedingungen sind zudem dafür mitursächlich, dass Schlachttiere oft vor ihrer Schlachtung nicht ausreichend betäubt werden. Billigfleisch, Tier -und Menschenwohl gibt es eben nicht gleichzeitig.

Noch mehr gute Gründe, der Agrarindustrie, den Grossstrukturen in der tierquälerischen Massentierhaltung und im Gefolge den Massenschlachtanlagen Einhalt zu gebieten

Es gibt ja ohnehin genügend viele andere gute Gründe:

Seien es Boden- und Grundwasserschutz und sei es auch die Vermeidung von bedrohlichen Antibiotikaresistenzen, Tierwohl -und Salmonellen-Skandalen.

Die Notwendigkeiten des Ausstiegs aus der tierquälerischen gesundheitsschädlichen Massentierhaltung treten ganz offenkundig und immer erdrückender zu Tage und können niemandem, der im behördlichen wie politischen Raum agiert oder sich in diesem mit ernstzunehmender und ehrlicher Motivation, für das Allgemeinwohl wirken zu wollen bewegt, verborgen geblieben sein.

Nun müssten endlich auch die hartschaligsten vom schlimmsten Tierleid Unbeeindruckten völlig Unbekümmerten aufwachen.

Profiteure, Protagonisten der Massentierhaltung und des ungebremst überhöhten Fleischkonsums, willfährige Politiker und Behörden aller Ebenen tragen ein gerüttelt Mass an Mitverantwortung

Auf kommunaler Ebene auch diejenigen Bogener Stadträte, die jedes Erweiterungsvorhaben bei der Massenschlachtanlage durchgewunken und alle Stellungnahmen des BUND Naturschutz in den Wind geschlagen haben.

Auf die Bundes- und Landesebene bezogen all diejenigen, die jahrzehntelang nichts gegen die unsäglichen schon lange bekannten widerwärtigen Grausamkeiten in den Massentierhaltungs- und Massenschlachtanlagen mit höchst prekären Arbeitsbedingungen unternommen, sondern diese sogar noch befördert und gefördert haben.

Diejenigen, die ein Anheben der Mindeststandards für die Haltungsbedingungen mindestens auf die Vorgaben der EU-Bio-Verordnung mit einer niedrigeren maximalen Besatzdichte verweigern.

Diejenigen, die eine immer wieder angemahnte höhere soziale und ökologische Verteilungsgerechtigkeit verweigern, mit der sich Menschen, fleissig und qualifiziert arbeitende „Durchschnitts“- oder „Normal“-verdiener auch der unteren Entgeltgruppen die umweltverträglich und verantwortungsbewusst solidarisch leben wollen, nicht nur Discounter-Billig- Milch- und –Fleischwaren aus agrarindustriellen Intensivlandwirtschaft inclusive tierquälerischer Massentierhaltung leisten könnten.

( Sie müssen mittels des ökologisch-sozialen Steuersystems zur angemessenen Teilhabe an einer sozial wie ökologisch nachhaltigen Gesellschaft befähigt werden, ihnen aber auch der gesamten Gesellschaft zuliebe: denn dann tragen sie en passant durch ihr umweltbewusst-verantwortliches Handeln – nicht nur beim Konsumieren – zur Vermeidung weiterer Schäden an Lebens- und Naturräumen mit ihrer Biodiversität sowie am Klimaregime unseres Planeten bei.)

Die Politik hat jedoch eine sehr hohe Kontrolldichte auf Kosten der Betreiber sicherzustellen - neben strikteren ordnungsrechtlichen Vorgaben – bei den Arbeitsbedingungen und in der Tierhaltung eben nach dem EU-Bio-Mindeststandard – und auch generell höchstmögliche Kostenwahrheit und Kostengerechtigkeit.

Sie hat Änderungen der Kostenstruktur vorzunehmen über ein intelligentes ökologisch-sozialen Steuersystem. Auch damit sich die tierschutzgerechte biologische Erzeugung von Milch-, Eier- und Fleischprodukten rentiert, damit sich solche qualitätvolle Produkte auch alle in vernünftigem Umfang leisten können.

Die Profiteure und Protagonisten der Massentierhaltung nehmen auch die Teile der Allgemeinheit in Sippenhaft, die sich verantwortungsbewusst tierschutz- und umweltverträglich verhalten wollen - und nennen diese ihre Machenschaften tierschutz- und systemrelevant.

(Sehr schön, Danke, Danke. Gehts noch frecher, noch zynischer?)

Ja, systemrelevant für ein völlig unnötiges untragbares System der Ausbeutung von Natur, Tieren und Menschen, aus dem wir längst hätten aussteigen müssen.

Unnötig auch wegen des ohnehin überhöhten gesundheitlich bedenklichen bzw.-schädlichen Fleischkonsums, der zudem einer der Haupttreiber der Regenwaldvernichtung und des Klimawandels ist. Eine gesunde Ernährung ist besser für das Klima. Bei Umsetzung der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) können bei Fleisch in jedem Fall Treibhausgase eingespart werden.

Überhöhter Billigfleischkonsum beruht auf dem unseligen System der Massentierhaltung, bei dem die Folgekosten für Umwelt und Gesellschaft nicht eingepreist sondern sozialisiert werden.

Massentierhaltung beruht zu einem beträchtlichen Teil auf Futtermittelimporten etwa von Soja, für das rund eine Million Hektar im Ausland benötigt werden. Die Produktion von Fleisch benötigt drei bis sieben Mal so viel Fläche wie eine pflanzliche Ernährung.

Futtermittelanbau, Futtermittelimporte in dieser Grössenordnung sind Haupttreiber der Regenwaldvernichtung.

Regenwaldvernichtung ist einer der Haupttreiber des Klimawandels.

Noch Fragen zur Systemrelevanz der Fleischindustrie in der derzeitigen Grössenordnung? Ja, höchstrelevant, weil mitverantwortlich für Biodiversitäts- und Klimakrise

Es rächt sich zum Beispiel auch, dass die gesamte öffentliche Hand immer noch als Grossabnehmer von Milch- und –Fleischwaren aus nicht artgerechter Tierhaltung fungiert.

Das nachhaltige Verweigern der öffentlichen Hand von der Bundes- über die Landesebene bis hin zur kommunalen Ebene einer durchgängigen ökologisch nachhaltigen tierqual-, antibiotika-, gentechnik- und giftfreien fairer Beschaffungspraxis ist nicht nur skandalös, sondern sogar rechtswidrig.

Die gesamte öffentliche Hand einschliesslich aller Ministerien und deren nachgeordneten Behörden, Universitäten, Hochschulen, Sparkassen, Sozialversicherungsträger mit allen Kliniken und bis hin zu Landkreis-, Gemeinde- und Stadtverwaltungen als Träger von Kliniken, Schulen, Vorschuleinrichtungen und Kindergärten oder Stadtwerken, städtischen Unternehmen bzw. Beteiligungsgesellschaften sowie den Kirchen muss 100 % Bio-Kunde werden. Da haperts fast überall.

Verbraucherseits gilt es, sich beim Fleischkonsum zurückzuhalten und wenn überhaupt, dann nur qualitätsvolle tierqual-, antibiotika- und gentechnikfrei fair erzeugte und gehandelte Fleischprodukte – wie auch sonstige Lebensmittel - aus dem ökologischen Landbau nachzufragen und zu verwenden.

Anders, billiger sind Biodiversitäts- und Klimaschutz, Tier -und Menschenwohl nicht zu kriegen

Das System der Ausbeutung von Natur, Tieren -und Menschen einfach weiterlaufen zu lassen wird es für alle noch teurer machen...