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BUND Naturschutz fordert von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner Landwirtschaft ohne Kollateralschäden Beste ökologische Praxis der Bio-Landwirtschaft als gute fachliche Praxis festlegen Tierhaltungsstandards der EU-Bioverordnung als Mindest

Der BUND Naturschutz fordert von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine Landwirtschaft ohne Kollateralschäden - Infopaket nach BIO- Mindeststandards

Klöckner müsse sich dafür einzusetzen, dass alsbald jegliche Landbewirtschaftung ohne Kollateralschäden am Weltklima, an Lebens- und Naturräumen mit ihrer Biodiversität und an den dort zu Schaden kommenden tierischen Bewohnern sowie der menschlichen Gesundheit nach der besten ökologischen Praxis entsprechend der Richtlinien des kontrolliert biologischen Öko-Landbaus, mindestens nach der EU-Bioverordnung erfolgt.

Die Tierhaltungsstandards der EU-Bioverordnung müsse sie als Mindeststandards für die gesamte Tierhaltung gesetzlich festschreiben, so Johann Meindorfer, stellvertretender Sprecher des BN-Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft / Ressourcenschonung.

Die schon ihr sowie ihren Amtsvorgängern seit langem bekannten skandalösen Verhältnisse in deutschen Schlachtbetrieben von den tierquälerischen Haltungsbedingungen der zu schlachtenden Tiere über die unsäglichen Lebensbedingungen jener, die sie zu töten und zu zerlegen haben zusammen mit den häufigen, ja immerwährenden Antibiotika-, Salmonellen-Eier- und sonstigen Agrarindustrie- sowie Massentierhaltungs-Skandalen – auch „Bayern-Ei“ - müssten nun endlich ein Anlass sein, die Tierhaltungsstandards der EU-Bioverordnung als Mindeststandards für die gesamte Tierhaltung gesetzlich festzuschreiben.

Er erinnert sie an ein immer noch unbeantwortetes Schreiben an ihren Amtsvorgänger Agrarminister Christian Schmidt mit den Worten: “Es ist ein tierschutz- wie klimapolitisches Unding, dass Sie alle es bisher ablehnten, die Mindeststandards bei der Fleischproduktion hochzusetzen“.

Darin kritisierte man Schmidts Aussage „intensive Landwirtschaft bleibe unverzichtbar“. Seither würden schon wieder neue Fehlentwicklungen und Missstände bekannt wie das vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) offenbar geheim gehaltene Zulassungsverfahren für das neue Bienengift Sulfoxaflor, während immer noch Massnahmen auch gegen die verheerende Ausbreitung von Giften wie Glyphosat und Neonicotinoiden unterblieben.

„Wir brauchen eine sofortige umfassende Umstellung der Landwirtschaft auf eine ordnungsgemässe Landbewirtschaftung ohne Kollateralschäden am Weltklima, an Lebens- und Naturräumen mit ihrer Biodiversität und an den dort zu Schaden kommenden tierischen Bewohnern nach der besten ökologische Praxis entsprechend der Richtlinien des kontrolliert biologischen Öko-Landbaus, mindestens nach der EU-Bioverordnung“, schreibt Meindorfer der Bundeslandwirtschaftsministerin.

„Wir dürfen ganz konkret erwarten, dass Sie die Mindeststandards der EU-Bioverordnung als Mindeststandards für die gesamte Tierhaltung sowie die gesamte Fleischproduktion hochsetzen“.

Der BUND Naturschutz fordert sie wie schon ihre Amtsvorgänger daher eindringlich auf, sich dafür einzusetzen, dass alsbald jegliche Landbewirtschaftung ohne Kollateralschäden am Weltklima, an Lebens- und Naturräumen mit ihrer Biodiversität und an den dort zu Schaden kommenden tierischen Bewohnern sowie der menschlichen Gesundheit nach der besten ökologischen Praxis entsprechend der Richtlinien des kontrolliert biologischen Öko-Landbaus, mindestens nach der EU-Bioverordnung erfolgt.

Weiter solle Klöckner als Ressortchefin des Bundeslandwirtschaftsministeriums und einflussreiches Kabinettsmitglied zusammen mit der gesamten Bundesregierung eine grundlegende ökologisch nachhaltige Energie-, Agrar-, Rohstoff- und Verkehrs- Wirtschafts- und Konsumwende sowie eine gerechte Anlastung der Kosten nach dem Vorsorge- und Verursacherprinzip als Bestandteil eines intelligenten ökologisch-sozialen Steuersystems in Angriff nehmen.

Dies brauche es, um unser aller Konsumniveau mit dem Notwendigkeiten zum schnellsten Erreichen der Biodiversitäts-, Klimaschutzziele und der Energiewende vereinbar zu machen.

„Dies gebieten auch die Erkenntnisse aus der Wissenschaft, dass das derzeit von grossen Teilen der Gesellschaft insgesamt gepflegte Konsumniveau in Form von schwindenden Lebensräumen, Vordringen in und Zerstörung von bisher unberührten Urwäldern, zur Verbreitung neu auftauchender Krankheitserreger beiträgt, so Meindorfer.

Diesen gegenwärtigen weit überzogenen hemmungslos globalisierten Menschen- und Warenströmen und dem damit verbundenen (Natur-) Flächen-, Ressourcen- und Energieverbrauch müsse Einhalt geboten werden

Gesundheitsvorsorge, Klima- und Biodiversitätsschutz erforderten damit gleichermassen dasselbe: Rrrrunter mit dem Konsumniveau ganz generell, hin zu einem auskömmlichen ökologisch-sozial verträglichen, suffizienten Lebensstil weit über die Corona-Virus-Krise hinaus, der an die Reserven des Planeten Erde, an die Regenerationsfähigkeit der Natur insgesamt angepasst ist.

„Soziale Verteilungsgerechtigkeit ist Voraussetzung dafür, dass sich alle wirtschaften- und (oft spitz) haushaltenmüssenden Konsumenten umwelt- und klimaverträglich verhalten (können) steht für den BUND fest.

Die Erfordernisse einer deutlich höheren sozialen und ökologischen Verteilungsgerechtigkeit bestünden auch deshalb, weil sich nur mit dieser auch die fleissig in den unteren und mittleren Entgeltgruppen Arbeitenden Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung bzw. tierwohl- und ökologieverträgliche Bioprodukte, aus der gesundheitsschonendsten und somit besten Variante der Urproduktion hergestellt, leisten können.