MenuKreisgruppe Straubing/BogenBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Vielfalt der Arten als unsere natürlichen Lebensgrundlage bewahren

Eine gemeinsame Exkursion führte BN und LBV in den vom LBV in Obhut genommenen Rainer Wald westlich von Straubing

Die Natur mit ihren Erscheinungsformen und Schönheiten als Wert an sich zu schützen, wäre allein schon höchstes Engagement wert. Aber auch die biologische Vielfalt der Arten (Biodiversität) als unsere natürlichen Lebensgrundlage, als Voraussetzung für Lebensqualität der Art Mensch für alle funktionsfähig zu erhalten, erfordert höchstes Engagement aller Menschen - dafür setzen wir uns mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln ein! Umso mehr erlauben wir uns, diesen Einsatz von all denjenigen einzufordern, denen kraft Amtes oder dank wie auch immer erlangter Machtfülle ein Vielfaches dieser Möglichkeiten, Mittel und Wege zur Verfügung und offensteht.

All dem gilt unser Bestreben, Bemühen und Aktivsein und das spiegelt sich in allen unseren Handlungsfeldern und damit allen Inhalten dieser Internetseiten auch wieder: Unsere Aktionen, Aktivitäten, Anregungen und Forderungen zielen darauf ab, das Netzwerk des Lebens zu erhalten - und in diesem hängen eben alle Bereiche zusammen, die sich hier im Einzelnen finden. Bedroht ist Biodiversität unter anderem durch die intensiv-industrieller Landwirtschaft mit Pestizideinsatz und Massentierhaltung sowie die Ausbreitung der Hochrisikotechnologie Gentechnik. keine Gentechnik auf unserem Teller!

Schutz der Artenvielfalt, der Biodiversität also - da denkt man landläufig zu allererst an die klassischen Artenschutzmassnahmen, die praktisch jeder Naturschutzverband in seinem Programm hat und selbstverständlich auch der BN: Lebensräume für bedrohte Tiere pflegen, optimieren wie etwa durch Ufergehölzpflanzungen am Bogenbach in Hunderdorf und neue Biotope anlegen, schützen und pflegen als Lebensräume von Fledermäusen, Vogelarten oder Amphibien, von denen BN-Helfer jährlich ehrenamtlich Tausende vor dem sicheren Tod auf der Straße retten, auch Mitglieder unserer Kreisgruppe. z.B. am Frauenbrünnl-Biotop am Straubinger Stadtpark sowie an Strassen im vorderen Bayerischen Wald.

 

 

Die Donau frei fließen lassen

Dazu gehört auch die Pflege der Donauinsel bei EntauDie Donau frei fließen lassen mit Freimachen und -halten von dort zugewanderten Neophyten, die sonst die angestammten standortgerechten Pflanzenarten von dort verdrängen würdenGlobal denken – Lokal handeln - Wo Stadt und Landkreis gefordert sind

BN-Pflegetrupp bei der Neophytenentfernung auf der Donauinsel Entau

Schutz der Wälder

 

 

Der Schutz der Wälder hat im BUND Naturschutz seit jeher eine große Rolle gespielt, so bei den Themen Waldsterben, Nationalparke oder naturgemäße Waldwirtschaft.

 

 

Ökologisch nachhaltige Energiewende im Einklang mit naturgemäßer Waldbewirtschaftung

Die Aussage, dass der Einsatz von Holz als Energieträger vollends klimaneutral sei, trifft nicht zur. Dem BN ist bewusst, dass auch für die Holzernte, Transporte, Aufarbeitung, Zerkleinerung ein erheblicher Energieeinsatz erforderlich ist. Dass trotzdem – und auch bei Betrachtung des Jahreszuwachses an Holz dessen Verwendung als nachwachsende Rohstoffen im Rahmen von Nah-und Fernwärme zu empfehlen bzw. einzufordern ist, ergibt sich aus Folgendem:

Gerade weil auch Holz kein unendlich zur Verfügung stehender Rohstoff ist, muss es mit höchster Priorität um die energiesparendsten, -effizientesten und umweltverträglichsten verfügbaren Technologien zu dessen Nutzung gehen, also soweit wie irgend möglich mit gleichzeitiger Strom- und Wärmeerzeugung durch energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung bei hohem Wirkungsgrad.

Dabei ist es jedenfalls sinnvoller, den vorhandenen und vernünftigerweise unter Wahrung einer naturgemäßen Waldwirtschaft zu nutzenden Rohstoff Holz der orignär stofflichen Nutzung etwa als Baustoff (wo er gegenüber anderen Baustoffen erhebliche energetische und ökologische Vorzüge aufweist), Brennstoff / Energieträger (zu allererst bei hohem Wirkungsgrad durch energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung) zuzuführen und erst zuletzt als Rohstoff für die Papierherstellung. Bei dieser ist der Holzeinsatz auf das technisch unbedingt nötige Mass der Zufuhr von Frischfasern zu reduzieren. Die Einsatzquote von Recyclingpapier gerade ist technisch noch stark steigerungsfähig- von ca. 70 auf rund 80 % des Gesamt-Papierbedarfes. Wenn man also diese Erhöhung der Altpapier-Einsatzquote um 10 Prozentpunkte realisiert und die dabei für die Herstellung von Primärfaserpapieren eingesparte Holzmenge den Sektoren Bau und direkte energetische Nutzung vorbehält und zuführt, trägt man nicht nur durch Verzicht auf energieintensive Zellstoff- und Primärfaserpapierproduktion zu einem Energie-Einsparpotential bei, das allein in Deutschland bei der Stromerzeugung von ca. zwei AKWs liegt. Und: etwa ein Viertel des Altpapiers ging etwa 2011 aus Deutschland in den Export, 3,6 Mio. Tonnen, während fast die gleiche Menge frischer Zellstoff importiert wurde. Deren weite energieintensive Transportwege teils um die halbe Erdkugel wiederum verursachen Unmengen an Energieverbrauch und klimaschädlichem Schadstoffausstoss und schlagen sich belastend auf die Ökobilanz nieder. Diese Energie kann ebenfalls eingespart werden, wenn man das inländische Altpapieraufkommen zur Recyclingpapierherstellung und die das dadurch „freiwerdende“ Holzmenge zum Bauen und zur direkten Energiegewinnung nutzt. Denn bei der Verbrennung von Altpapier geht ein Grossteil der Herstellungsenergie verloren, es wird nur dessen Brennwert genutzt, der in etwa dem der direkten Verbrennung von Holz entspricht

Schutz von Artenvielfalt, Biodiversität und Klima ist auch beim Gärtnern und bei der Grünflächenpflege gefragt

Wo der Staat in eigener Sache gefordert ist

Wo die Stadt Straubing gefordert ist

Wer denkt beim Kauf von Blumenerde an die Folgen für die Natur? Die meisten Produkte mit der harmlosen Bezeichnung "Erde" bestehen überwiegend aus Torf - dem Stoff, aus dem die Moore sind. Und Moore sind stark bedrohter Lebensraum für seltene Arten und wichtig für den Klimaschutz: Moore speichern jede Menge CO2. Der Bund Naturschutz (BN) zeigt Torf-Alternativen auf. Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland jährlich verbraucht, etwa zwei Millionen davon finden im Hobbybereich Verwendung. - jeder abgebaute Kubikmeter bedeutet den Verlust von Lebensraum, der unwiederbringlich zerstört wird. Ein großer Teil des Torfs wird als Pflanzerde in privaten Gärten und in Balkonkästen oder anderen Pflanzgefäßen verbraucht. Damit sei klar: "Jeder und jede kann dazu beitragen, Moore zu erhalten und damit Lebensräume und Klima zugleich zu schützen." Heute wird in Deutschland vorwiegend in norddeutschen Mooren auf einer Fläche von 4.000 Quadratkilometern Torf abgebaut. Werden die Moore im derzeitigen Tempo weiter zerstört, sind die in Deutschland zum Abbau genehmigten Torfvorräte in spätestens zehn Jahren erschöpft. Ein großer Teil der heute in Deutschland verwendeten Torfe kommt inzwischen aus Estland, Lettland und Litauen, dort wird die Moorzerstörung fortgesetzt. Torffreie Gartenerden auf Basis von Kompost oder Rindenhumus besitzen ähnliche bodenverbessernde Eigenschaften, versauern im Gegensatz zu Torf aber kaum die Böden. "Achten Sie beim Einkaufen torffreier Blumenerde darauf, dass es sich wirklich um Produkte ohne Torf handelt," appelliert der BN. Vorsicht sei geboten bei "torfreduzierten" bzw. "torfarmen" Produkten, sie besitzen meist immer noch einen Torfanteil von 60 bis 80 Prozent. Auch torffreie Erden auf Kokosbasis sieht der BN kritisch, da durch den langen Transportweg unnötig Emissionen freigesetzt werden. Heimische, robuste Pflanzenarten benötigen ohnehin keine Torferden. Eines der besten Mittel zur Bodenverbesserung ist der eigene Kompost. Wer einen Garten hat, kann selbst kompostieren, führt dem Boden mit Kompost organisches Material mit hoher biologischer Aktivität zu und hat gleichzeitig eine organische Düngung.

Zum BUND- Faltblatt "Torffrei gärtnern - Natur und Klima schützen"gibt es im BN-Infopaket Garten noch Tipps zur naturnahen Gartengestaltung und die Broschüre "Richtig kompostieren". Sie informiert über alle wichtigen Themen des Kompostierens, so werden alle Abfälle genannt, die kompostiert bzw. nicht kompostiert werden dürfen und es wird die Größe, die Beschaffenheit und der Aufstellungsort eines optimalen Komposthaufens aufgezeigt. Wenn man kompostiert, schont man nicht nur die Natur durch Wiedereinführung organischer Materialien in den natürlichen Kreislauf, sondern auch den eigenen Geldbeutel, denn man spart die Kosten für Düngemittel.

BN, Umweltamt und Stadtgärtnerei beim Aufbau eines Amphibien-Schutzzaunes am Moosmühlbach in SR-Frauenbrünnl

Niederbayerns Schönheit bewahren

Unsere einmalige niederbayerische Heimat mit all ihren Naturschönheiten, der Donau, den Hügeln, den Bergen des Bayerischen Waldes, zu schützen, das ist unseren Einsatz wert und Ziel des BN seit nunmehr 100 Jahren als Landesverband und seit 40 Jahren als Kreisgruppe Straubing-Bogen.

Seit über 100 Jahren setzt sich der BUND Naturschutz in Bayern für die Vielfalt des Lebens und bedrohte Arten ein - Bayern muss auch künftig Lebensraum für „große Säugetiere“ wie Luchs und Wildkatze sein

 

Doch damit alleine ist es nicht getan, ist der Ursache des weltweit rapiden Verlustes an Biodiversität noch nicht ausreichend entgegengetreten. Die menschlichen Lebensgrundlagen sowie die unserer Kinder und Kindeskinder sind gefährdet durch ein Zuviel an Ressourcenverbrauch bzw. sogar -verschwendung, das betrifft Rohstoffe im allgemeinen und im einzelnen auch die nicht nachwachsenden Ressourcen Boden/Fläche, Wasser und Energie, egal ob aus fossilen oder erneuerbaren Quellen. Reelle ökologisch nachhaltige energiewende!

Und sie ist gefährdet durch einen zu sorglosen Umgang mit menschengemachten Einträgen und Ausstössen, Einträgen von Pestiziden und (äusserst energieaufwendig hergestellten) Industriedüngern der heute üblichen agrarindustriellen Landbewirtschaftung / Produktionsweise. Ob Schmetterlinge, Bienen, Vogel oder Amphibien, sie und ihre Futterpflanzen, die von den chemisierten Monokulturen verschwunden sind, sind Opfer von Giften, Einträgen und Ausstössen der agrarindustriellen Landwirtschaft Wasser braucht Schutz!

Ganz wichtig für den Schutz der Artenvielfalt, der Biodiversität ist die Umstellung der Landwirtschaft auf Best Practice, nämlich auf den Öko- Landbau. Qualität statt Masse: Bio Landbau statt billig Massenproduktion!

Wie Jeder mit wenig Aufwand im eigenen Garten dazu beitragen kann, die Lebensbedingungen für die heimische Tierwelt zu verbessern, zeigt der Bund naturschutz am Beispiel der Igel

 

 

 

Fledermaus Video - aktivieren durch anklicken
Vögel retten - aktivieren durch anklicken

 

Einer der grossen Erfolge des BN zum Erhalt seltener Arten, etwa des Auerhuhns und der prächtigen Bayerwald-Landschaft für Erholungssuchende, war die Verhinderung eines BMW-Fahrertrainingszentrum bei Rettenbach, Gemeinde Sankt Englmar, das zu einer Verlärmung bis hinauf auf die Höhen des Hirschensteins geführt hätte. Kurzsichtigen Profitinteressen der BMW AG, ob blindlings oder sehenden Auges unterstützt durch die damalige CSU-Kreistagsmehrheit, konnten durch ein geballtes Engagement wirkungsvoll und erfolgreich entgegengetreten werden – ein nachhaltiger Erfolg für eine einzigartige Naturlandschaft, die die CSU-Kreistagsmehrheit ohne Rücksicht auf Verluste der Autolobby geopfert hätte

Mosaiksteine der biologischen Vielfalt: BN- Biotopgrundstücke im Landkreis

Die BN-Biotopgrundstücke im Landkreis unter anderem bei Entau, Hunderdorf, Reibersdorf, Leiblfing und Neuhofen stellen wertvolle landschaftliche Elemente, Trittsteine und Lebensraum für teil seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten dar. Sie sind Mosaiksteine der biologischen Vielfalt, auf der sich Arten aufhalten und entwickeln könnten, die in der intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaft immer weniger Lebensraum fänden. Aber auch der anhaltende Flächenverbrauch für Discounter, Gewerbegebiete und geplanten Umgehungsstrassen gefährdet die "Biodiversität" als biologische Vielfalt der Gene, Arten und Ökosysteme und damit kann sich der Bund Naturschutz nicht abfinden, nein, dem muss entschieden gegengesteuert werden, durch flächensparende Bauweisen und Verzicht auf immer neue Strassenbauten. Genauso wie energiesparendes klima- und umweltfreundliches Verhalten aller gefördert werden muss und nicht das Verprassen von Ressourcen, gilt dies für den "nicht nachwachsenden Rohstoff" Boden. Dazu sind Staat, Behörden, Kommunen und Planer aufgerufen, gerade über die Bauleitplanung auf eine ausreichende Flächenressourcenschonung hinzusteuern. Es dare nicht jedem Wunsch von Handelsketten nachgegeben werden, mit ihren Verkaufsstätte in eingeschossiger Billig-Normbauweise den wertvollen Rohstoff Boden zu überziehen, der im wahrsten Sinne des Wortes die Lebensgrundlage nicht zuletzt für die Art Mensch darstellt.

Mit der Pflege seiner Biotope und Artenschutzmassnahmen wie Amphibienschutz an Strassen oder Anbieten von Nistgelegenheiten für Vögel arbeitet der BN einerseits ganz praktisch für den Erhalt der Artenvielfalt. Viele Frösche und Kröten werden auf dem Weg zu ihren Laichgewässern jedes Jahr beim Überqueren von Straßen, die ihren Winter- vom Sommerlebensraum trennen, überfahren. Der BN betreut Amphibienschutzzäune und hilft den Tieren sicher in ihre Laichgewässer.

Andererseits informiert er die Allgemeinheit über die Notwendigkeiten im Artenschutz und lädt dazu mit vielfältigen Infos wie den Faltblättern "Vielfalt entdecken - Pflanzen am Wegesrand, Bäume und Sträucher" und den Programmheften der Aktion "BayernTourNatur / BTN" als Wegbegleiter bei Spaziergang und Wandern Gross und klein zum Mitmachen beim Schützen und zu kleinen Entdeckungsreisen in die Natur ein, wo sie sich den Wert der natürlichen Lebensgrundlagen und seine Bedeutung für die "Art Mensch" erschliessen könnten.